Montag, 21. Dezember 2009

ALL/ES/IST/GOTT

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Alles ist GOTT


„Egal, wohin ich schaue, was auch in irgend einem Moment geschieht,
ob ich allein bin oder unter Menschen, in der Natur oder in
von Menschenhand erschaffenen Bauten…
ÜBERALL sehe ich DICH.

Jedes Gefühl, ob es nun eine große, mitreißende Emotion ist,
oder nur ein leises Empfinden tief in mir drinnen,
oder eine Sinnesempfindung von außen angeregt…
ALL DAS bist DU.

Alle Geräusche, die an mein Ohr dringen,
vielleicht eine leise Melodie, oder auch ein lautes, ohrenbetäubendes Getöse,
genauso wie der Wind, der das Laub rascheln lässt,
oder nur ein Hauch von Klang…
immer höre ich DICH.


ALL DAS, was ist,
ALL DAS, was geschieht,
ALL DAS, was wir hören,
sehen, schmecken, riechen, fühlen...,
bist immer nur DU.
DU BIST die WELT.“

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In den Ereignissen zeigt es sich:
Wenn etwas abgelehnt wird,
wird GOTT abgelehnt.

Aber wie kann je abgelehnt werden, was GOTT uns darbietet?
Wie kann verneint werden, dass ER DIES IST?
Man kann nur versuchen, zu leugnen,
indem man sich abwendet.
Aber die Pein in der Ablehnung dessen, was ist, zeigt,
dass es eine Verleugnung unseres SELBST ist.

Dieser Versuch kann nur schmerzvoll sein.
Denn wie kann man sich gegen die Welt stellen?
Wie kann man sich gegen GOTT stellen?

Dies ist nicht möglich, nur Verneinung ist möglich.

GOTT verleugnen heisst, die Welt verleugnen.
Nicht zu lieben heisst, GOTTES Natur zu verleugnen

Denn weil GOTT Liebe ist, sind auch wir Liebe;
GOTT ist nicht getrennt von uns.

Schmerz – meiner und Deiner – ist nur dann möglich, wenn GOTT verneint wird,
wenn wir IHN in der Form, in der ER sich zeigt, nicht annehmen.

In Wirklichkeit gibt es keinen Schmerz.


Niemand leidet Schmerzen,
wir leiden nur an der Sehnsucht zu GOTT.
Und diese Sehnsucht nennen wir Schmerz/ Herzeleid.

Und dieses Herzeleid werden wir so lange verspüren,
wie wir es vorziehen,
GOTT /
IST/
ALL/
DAS/
abzulehnen.
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Bild von ArgonR: "Weihnachten naht"

Montag, 14. Dezember 2009

Kinderschaukel








Als kleines Mädchen habe ich es geliebt, auf der Schaukel hin und her zu schwingen.

Zuhause auf unserem Grundstück hatten wir eine Schaukel, ganz unten an einem starken Ast an einem großen Kirschbaum festgemacht.

Ich liebte es, so hoch wie es nur ging zu schwingen, und dabei das Gefühl zu haben, bis in den Himmel schwingen zu können. Beim Zurückschwingen wurde ordentlich „Anlauf“ genommen, um mit dem nächsten Schwung noch höher hinauf ins Blaue schwingen zu können.


In den vergangen Jahren habe ich oftmals das Gefühl, dass das „Zurückschwingen“, ohne auf einer Schaukel zu sitzen, bezüglich meines Lebensgefühls als solches einen ähnlichen Mechanismus in sich trägt.
Jedes Mal, wenn ich der Meinung bin, zurückgefallen, zurückgeschwungen zu sein in meiner Entwicklung, stelle ich im Nachhinein fest, das dies auch eine Art „Anlauf“ gewesen ist, um mich beim nächsten Mal weiter und höher hinaufschwingen zu können.

Nachdem sich mein Verstand/das Ego nun nach der letzten Verwirrung wieder „beruhigt“ hat und an die Stelle zurückgetreten ist, wo sein Platz ist (nämlich in der Werkzeugkiste!), empfinde ich es im Rückblick so, als wäre dieses Aufbäumen alter Gewohnheitsmuster ein Rückfall in die EGO-Krankheit gewesen, aus der ich nun aber mit neuer Kraft genesen bin. Als hätte ich neuen Schwung geholt und könnte nun „noch höher hinaus“. Natürlich versteht sich dies nur als eine Metapher.

Nach dem Bearbeiten des Vorkommnisses, bekam ich Einblicke in neue Dimensionen, als hätte das Graben nach den Ursachen der Verstrickungen in das Ego neue, unbekannte Schätze hervorgebracht. Das akribische Anschauen jedweder Ereignisse in meinem Leben lässt nichts außer Acht, und enthält nun auch die Feststellung, dass man sich anscheinend (bis zu einem gewissen Punkt) immer wieder vollends im Ego verlieren kann, ohne dass dafür eine konkrete Ursache auszumachen wäre.

Aber das Zurückfallen ist nicht beständig, ganz im Gegenteil. Zum Glück ist ALLES ständig in Bewegung und hört nicht auf, sich weiter zu entwickeln.
Dafür bin ich dankbar.

Und nun geht der Schwung wieder nach vorne und aufwärts; jedenfalls ist der Spuk mit dem verrückt gewordenen Verstandes-Ego, der mich nach seiner Pfeife tanzen ließ, erst einmal wieder vorbei.

Und da ich tief im Inneren Kind geblieben bin, werde ich irgendwann den Sprung von der Schaukel wagen...


…ich hoffe nur, ich bin dann nicht gerade im Rückwärtsgang… :-)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Bis an das Ende meiner Tage





Gibt es einen Unterschied zwischen dem,
was GOTT will und „meinem“ Willen?

Wenn ich mich sehne nach der Verschmelzung
mit dem All-Eins, die es gar nicht gibt,
weil es keine Trennung gibt,
ist dann meine Sehnsucht eine Illusion?

Wenn ich genervt bin von den diversen
Erklärungsversuchen in meinem Kopf,
wer ist es dann überhaupt, der versucht,
mir etwas zu erklären?

Wenn ich nie getrennt bin von Gott,
kann dann etwas geschehen,
dass nicht von IHM stammt?

Warum kümmere ich mich um meine Befindlichkeiten, meine Wünsche und Sehnsüchte, die körperlichen Bedürfnisse, wenn es "mich gar nicht gibt"?

Wie kann ich DAS sein, was mich lenkt?

Warum kann ich nicht aufhören, Fragen zu stellen,
wo doch ALLE Antworten bereits gegeben wurden?

Was gilt es, klar zu sehen, wo ES doch nicht gesehen werden kann?

Warum habe ich einen Verstand, der das einzige, was wirklich existent ist,
nicht verstehen kann?



Fragen über Fragen. Antworten über Antworten.



Ich warte auf den Tag - nein, ich lauere ihm regelrecht auf,- an dem der Verstand sich endlich totgelaufen hat. Es gibt keine Regung, keinen Gedanken, keine Emotion, die mir entgeht, … bis ich merke, dass ich dem Ego wieder auf den Leim gegangen bin…

Immer noch steige ich in den Zug der Gedanken und weiß doch nur zu genau, dass „er“ niemals irgendwo ankommen wird. Dem Verstand geht es nur um die FAHRT. Er will unterwegs sein und hat die Sinnlosigkeit des Fahrens und Umhersuchens immer noch nicht begriffen. Wenn ich könnte, würde ich ihn aus dem Zug werfen und alleine weiterfahren.
Immer noch ist mein Wille der treibende Faktor, der etwas zu erreichen sucht, - und wenn es das Loslassen ist.

Manchmal erscheint es mir wie ein Fluch, ein Gefängnis, aus dem kein Ausbruch möglich ist.
Ich sehe alles, ich beobachte alles, ich sehe die Illusionen, die Spiegelungen, die Projektionen - aber „ich“ MUSS weitermachen mit diesem Spiel, diesem sinnlosen Spiel des Tuns ohne Ergebnisse, welches längst durchschaut wurde,
deshalb aber nicht endet.


In jedem Urlaub verlasse ich den Bahnhof und werfe die Zugpläne weg.
Dann kann ich endlich sein, wo ich bin.


Der Alltag, der Job bringt mich immer wieder auf die Spur des Denkens, denn ohne ihn könnte ich diesen Job nicht mehr ausüben. Aber genau die Routine im Alltag bringt das Rad des Verstandes wieder zum rotieren. Ich kann es förmlich sehen, dass es wie ein Sog ist, in den ich immer tiefer hineingezogen werde und wogegen sich eine immer größer werdende Abwehr aufbaut.
Abwehr – der Feind des Loslassens, der Freund des Egos.

Ich bin maßlos erstaunt darüber, zu sehen, dass mein „ich“ spinnt und der Urgrund in mir völlig klar und frei und friedlich und vollkommen und endlos ist. Die Liebe in mir wächst langsam, mein Leben, mein Umfeld verändert sich nur geringfügig. Ich weiss nicht mehr, was zu tun ist, genausowenig, wohin ich gehen soll.

Dieser Prozess erscheint mir ewig, weil mein Ego es eilig hat und sofort ankommen möchte;
nicht wissend, dass „es“ genau das ist, was niemals ankommen wird.

Nicht - intellektuell ist das Sein.
Ich fühle mich zweigeteilt: Da spult das Programm, es läuft und läuft und läuft…..
Und dahinter ist das Sein, die Ruhe, die Stille, das Verstehen der Dinge, das Sehen der Dinge und das sofortige begreifen, warum welche Dinge wann hochkommen und welcher Mechanismus dahintersteckt.
Als wäre ich zwei Personen: Der eine der handelt und denkt und sucht,
und der andere, der ruhig ist, sofort weiß, alles hat, nichts braucht, einfach nur zuschaut und keine Meinung hat.

Also spielt sich das Spiel bis ans Ende meiner Tage.
Oder auch nicht,
aber das ist genauso wenig mein Wille.
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Bild von Huckschlag: "Im Zug"

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Wie Wolken vor der Sonne ...





Hin und wieder treten Zeiten in meinem Leben auf, in denen einfach nichts mehr „passt“; was vorher in Ordung war.
So, als wäre mein Leben (wieder einmal) auf den Kopf gestellt.
Das Ego hat die Regie übernommen und ich habe es nicht einmal bemerkt.

Aber ich spüre die Auswirkungen:
Dass ich genervt bin, mir nichts mehr gefällt und ich nur noch meine Ruhe haben will.
Aber auch in dieser Ruhe fühle ich mich genausowenig wohl.

Und obwohl ich doch „weiss“, dass sowieso nicht "mein" Wille geschieht,
versuche ich das, was geschieht, zu kontrollieren.
Doch weiss ich auch nur zu gut,
dass das eben genau das ist, was nicht mir obliegt:
Kontrolle auszuüben.

Ich fühle mich ausgeliefert an das Leben, an das was geschieht.
Immer noch möchte ich andere Ergeignisse in "meinem" Leben, eben Dinge,
die ich mir ausgesucht habe, was mir gefällt, was nach meinem Geschmack ist.

Und auf einmal spüre ich auch GOTT nicht mehr… ups ...


Ich finde zunächst nichts, was sich „davor/dazwischen geschoben“ haben könnte, etwas,
was ich wieder „wegnehmen“ könnte.
Keine Illusion ist mir bewusst und ich scheine nicht in der Lage, loszulassen, was ich festhalte, weil mir nicht bewusst wird, an welche Illusion ich mich klammere.

Ich fühlte mich doch wohl vorher...,
... aufgehoben, mit unerschütterlichem Vertrauen, geliebt und behütet.

Was ist es, was mich aus diesem Geborgensein „hinauswirft“ oder „herauszieht“?

Wie konnte das geschehen, dass der Ego-Mechanismus hier „zugreifen konnte“?
Es scheint im Verborgenen, unbewusst zu funktionieren!


Es ist die Existenzangst!

Ich fühle mich hilflos, ausgeliefert und ich habe Angst, mich ganz GOTT/der Existenz/ dem All – Sein zu überlassen,
weil „Ich“ nicht weiss, was dann „mit mir“ geschieht.


Aussagen wie: „Dir geschieht ja nichts, weil es Dich nicht gibt“,
oder: “Nichts geschieht mit DIR, Du warst schon immer in Sicherheit“,
sind mir in so einer Situation nicht besonders hilfreich,
weil ich mich gerade dort NICHT wähne – in Sicherheit.

Es gibt keine Sicherheit für das kleine „Ich“, weil „es“ genau das ist,
was aufgegeben werden soll. Und dieses Ich klammert sich fest an die Illusion,
selbst Realität zu sein.

Diese Art "dunkle Nacht der Seele" muss wohl einfach hingenommen werden.
Und „Ich“ muss abwarten, bis sie „vorüberzieht", wie Wolken vor der Sonne.
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Bild von Tutulli: "Sonnenaufgang"

Mittwoch, 25. November 2009

Ohne DICH bin ich nichts...


Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

Sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;

Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.



1. Korinther, Kapitel 13, 1 - 13

Das Hohelied der Liebe


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Bild von JPArt: " Lichter im Dunkel."


Montag, 23. November 2009

Aufgeben




Es ist klar, warum Aufgeben / Loslassen nicht getan werden kann.
Weil man sich selbst nicht so „einfach“ aufgibt.
Und das ist nur verständlich, denn unser Leben ist ein wunderbares Geschenk, das wir genießen wollen.

In der Dualität selbst gibt es nochmal Dualität, denn „Aufgabe“ kann zweierlei bedeuten:

1. Ich kann den Kampf aufgeben, den ich mit den „Dingen“ führe die mich umgeben, weil sie nicht so sind, wie ich sie gerne hätte.
2. Ich kann den Versuch aufgeben, jemand sein zu wollen, der ich nicht bin.

Ersteres ist schon eine große Herausforderung aber wenn wir es endlich geschafft haben, in Frieden mit uns selbst und der Welt zu leben, haben wir bereits eine unglaubliche, aber enorme Leistung vollbracht.

Aber der zweite Punkt, ist gleich unendlich schwieriger.
Denn es gilt, die Erkenntnis zu verwirklichen, dass ich nicht diese Person bin, für die ich mich halte.
Ich bin keine Person, die Entscheidungen trifft, die intelligent ist, Wünsche hat und verwirklicht.
Ich bin keine einzelne Wesenheit, getrennt von allem anderen und somit allein auf mich selbst gestellt.
Es gilt zu realisieren, dass diese scheinbare Person durch Gott belebt und am Leben erhalten wird und nur durch IHN. GOTTES Schöpfung ist immer und ausschließlich unter GOTTES Obhut.

Diese unbeschreibbare Erkenntnis zu realisieren ist die größte Herausforderung für uns Menschen und daher auch für viele ein weit entferntes Ziel.
Falls diese Wahrheit zu erfahren denn überhaupt als utimatives Lebensziel gewählt wird.

Dieser Irrtum, dass das „Ich“ ein autonomer Mensch sei, ist nur sehr schwer zu durchschauen und als Illusion zu entlarven, weil sich das Menschsein so verdammt ECHT anfühlt.

Und um diese scheinbare Identität loszulassen, braucht es eine gewaltige, über allem Leben stehende Kraft.

Vielleicht passiert es jemandem, der großes Leid erfahren hat, eine schwere Krankheit überlebt hat oder von heftigen Schicksalsschlägen bis an die Grenze des Erträglichen getrieben wurde und deshalb aufgibt – bereit zu sterben und sich so in Gottes Hand begibt.

Oder Jemand übergibt sein Leben durch seinen Glauben, seine Religion, oder die Lehre eines weisen, erwachten Meisters an die All – Macht, die Existenz, GOTT oder wie ES auch immer genannt sein mag.

Doch alles in allem, sind nicht wir es, die etwas tun, sondern etwas wird nicht mehr getan.

Wir hören auf, uns mit der gedanklichen Illusion, wir wären dieser Körper, dieses Gefühl, dieser Mensch, zu identifizieren.
Wir hören auf, unseren Gedanken Glauben zu schenken, die uns unseren eigenen, persönlichen Erlebniskosmos kreieren, in dem wir uns verlieren und uns selbst als kleine, verletzbare Wesen wahrnehmen.
Wir hören auf, uns unserer Gehirn – Automatik zu unterwerfen und dem Erfahrungs - Moment immer ein paar Sekunden hinterherzulaufen.
Wir hören auf, uns jede Erfahrung, die wir machen, als Stimme im Kopf zu verbalisieren um uns selber ständig unsere eigene Geschichte erzählen.

Wir hören auf, Wahrnehmungen zu haben.

WIR beginnen, Wahrnehmung ZU SEIN !!!


Am Ende ist der Anfang von etwas Neuem.
Stelle Dich darauf ein, etwas anderes … zu SEIN.

Liebe Sein.
Frieden Sein.

Und das fühlt sich wahrlich anders an als „Mensch Sein“.
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Bild von Konstantin Opel: "Sie"


Freitag, 20. November 2009

Der Sinn des Seins




Die Schönheit der Welt offenbart sich uns
über das Sehen der Dinge, wie sie sind.

Der Sinn des Daseins liegt in den „Dingen“ selbst.
Wenn etwas „in der sichtbaren Welt“ vorhanden ist,
ist der Sinn des Daseins dieses Objektes bereits erfüllt.
Deshalb sprechen wir auch von Existenz.
Die Existenz von etwas ist der Sinn desselben.

Ein Beispiel:
Ich schaue eine Hauskatze an und sehe das Leben, die Existenz, das Dasein,
dass sich HIER als Katze offenbart.
Ob die Katze jetzt Mäuse fängt, mit einem Ball spielt oder schnurrt, sich putzt oder auf meinem Schoß liegt und sich kraulen lässt, sagt etwas darüber aus, wie die Katze programmiert ist, welche Gene sie hat und welche Instinkte.
Aber die Eigenschaften einer Katze sind nicht der Grund, warum sie „hier ist“,
sondert die EXISTENZ ist der Grund dafür.
Die Eigenschaften einer Katze zeigen sich durch die Existenz einer Katze.
Oder: Eine Katze ist so, wie sie ist, WEIL sie eine Katze ist.
Das ist ihr So - Sein. Das ist ihr Sinn:
Katze-Sein.

So ist es mit allem, was sich uns offenbart.
So – Sein.

Diese Sicht auf die „Dinge in der Welt“ zeigt uns eine IST – HEIT,
die keine Fragen nach dem Warum mehr aufkommen lässt,
sondert in ihrer Direktheit uns einfach das zeigt, was DA ist.

Die Welt ist genau das, was wir vorfinden.
Der Sinn des Daseins ist, DA zu sein.
Der Sinn der Eigenschaften ist, sie zu leben.
Der Sinn des Lebens ist, lebendig zu sein.

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Bild von M. Oelhaf: "Aussicht".

Mittwoch, 18. November 2009

Der Sucher





Jemand, der etwas sucht, ist davon überzeugt, dass ihm etwas fehlt.
Entweder besaß er es nie oder „es“ ist ihm irgendwann abhanden gekommen. Mag sein, dass er noch nicht mal genau sagen kann, was ihm eigentlich fehlt. Das es mehr so ein diffuses Gefühl ist, wie: „Da fehlt etwas. Irgendwas in mir ist nicht richtig ausgefüllt“. Vielleicht ein Bedürfnis, was nicht befriedigt wird, ein Defizit von etwas, ein Mangel, eine Lücke im Inneren, irgendwie hohl, wie ein Loch – so etwas unterhalb des Magens.

Aber womit der Sucher auch versucht, diese Lücke zu füllen, nichts will wirklich hineinpassen, nichts gibt wirklich Befriedigung, alles ist irgendwie falsch, nicht ausreichend, zu klein, zu groß, zu viel oder zu wenig. Die „Dinge“ sehen nur im ersten Moment so aus, als wären sie das fehlende Element; aber Erfüllung bringen sie letztendlich alle nicht, oder nur für kurze Zeit.


Also begibt der Sucher sich weiterhin auf die Suche. Er versucht sein Glück mit einem neuen Partner/einer neuen Partnerin, aber das Loch im Bauch bleibt. Er sucht sich ein neues Steckenpferd, ein Hobby, einen neuen Job, eine neue Leidenschaft – aber nach kurzer Zeit, wenn der Reiz des Neuen verschwunden ist, stellt sich das Gefühl des Mangels wieder ein.

Dann denkt der Sucher vielleicht, das hohle Gefühl ließe sich mit Essen beheben, aber die Nahrungsaufnahme ist zwar ein Genuss, erfüllt jedoch den Zweck der körperlichen Befriedigung wiederum nur für kurze Zeit.

Dann ist der Hunger wieder da.

Der Sucher stellt fest: Das Gefühl: „Da fehlt doch was!“ ist äußerst hartnäckig.

Es kann dem Sucher sogar passieren, dass er krank wird während seiner fruchtlosen Suche und bemerkt, dass sich nichts, aber auch gar nichts finden lässt, dass dieses Gefühl der hohlen, dunklen Leere endlich beseitigt. Es kann sein, dass der Sucher sehr deprimiert wird, vielleicht auch resigniert, oder er wird vielleicht sehr verärgert und aggressiv werden. Aber auch diese Emotionen können das Gefühl der Leere nicht überdecken.

So wird der Sucher vielleicht versuchen, seine negativen Emotionen auf andere Menschen zu übertragen und behaupten, dass „die Anderen“ Schuld sind an seinem Unglück. Denn sie sind es doch oft, die ihm nicht das geben, was er braucht, um sich wohler zu fühlen in seiner Haut.

Oder er gibt dem Land, in dem er lebt, die Schuld an seiner persönlichen Misere, weil es ihm die Möglichkeiten, die er für seine Glück braucht, nicht zur Verfügung stellt. Oder er behauptet, die Politik sei schuld, weil sie verhindere, dass er sich seine Wünsche erfüllen kann, die für ihn notwendig sind, um mehr Freude zu empfinden.

Aber auch diese Verschiebung der Verantwortlichkeit für seine Problematik ändert nichts daran, dass der Sucher das nicht finden kann, was ihm hilft, ein glücklicher, vollständiger Mensch zu sein. Denn er fühlt sich immer noch unausgefüllt, halb, leer und unvollständig.


Nun glaubt der Sucher vielleicht schon, er selbst oder die ganze Welt sei verhext, weil er sein Glück, seine persönliche Vollkommenheit nicht realisieren kann, die ihm aber doch zusteht als Mensch auf dieser Erde. Es hilft ihm kein Geld, kein Mensch, keine Besitz, kein neuer Partner, kein Luxus, kein Urlaub, kein neuer Job, keine Macht, keine Droge, rein gar nichts, um sein persönliches Glück zu erlangen.

Und immer noch empfindet der Sucher diese Leere in seinem Inneren...

Vielleicht aber beginnt er nun langsam zu vermuten, dass sich diese Leere vielleicht in seiner Seele befindet, und er beginnt erneut zu suchen: In der Philosophie, der Poesie, in der Esoterik, in den Religionen, der Spiritualität. Er wendet den Blick ab von den Äußerlichkeiten und wendet sich seinem Inneren zu.
Und vielleicht findet er dort einen entscheidenden Hinweis auf das, wonach er wirklich sucht.


Einen Hinweis auf GOTT.



„Steil und schmal ist der Pfad,
vergeude keine Zeit.“
(Zitat)
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Bild von Stefanie Krack: "Winterstimmung an der Murg"

Montag, 16. November 2009

Anhaftung


Es herrscht für mich keine Klarheit mehr darüber, welche Art von Beiträgen in diesem Blog erscheinen und ob sie verständlich sind.

Die innere Zuwendung führt momentan zur Wahrnehmung von Loslassen und Wegfallen alter Glaubensmuster und Anhaftungen.

Was sich deutlich abzeichnet, sind vorüberziehende Bilder aus früheren Erlebnissen wie ein Film in einem Traum.

Der Alltag erfordert Routinen und die üblichen Tätigkeiten werden über den Verstand geleistet. Dies wird als normal empfunden. Sobald ich aber versuche, meine inneren Vorgänge in Worte zu fassen, ist es mir nicht möglich, Einzelheiten zu verbalisieren.

Allerdings wird die Freiheit im Dasein ohne Ausübung von Pflichten mehr begrüßt als alles andere im Leben.

Deutlicher als je zuvor kann ich erkennen, dass die Identifizierung mit dem Ego/ dem Verstand eine notwendige „Maßnahme“ ist um in der Welt zu funktionieren und zu überleben. Der Ego-Mechanismus ist ein Überlebenstrieb unserer animalischen Natur, der uns und alle anderen Lebewesen die Erhaltung der jeweiligen Spezies in der Welt sichert.
Eine Auflösung/Ausmerzung dieses Egos enthält also die nicht geringe Gefahr, in dieser Welt nicht mehr zurecht zu kommen. Ein äußerst beachtenswerter Aspekt für die Tatsache der ausgeprägten Schwierigkeiten, dieses Ego-Verhalten aufzugeben, bzw. loszulassen.

Der Glaube an GOTT beinhaltet das Wissen, dass für uns gesorgt ist und wir nur soweit „empor gehoben“ werden, wie wir „zu folgen“ in der Lage sind.
Bedeutet:
„Lebensverändernde, gewaltige Einflüsse treten nicht eher auf, bis genügend Kraft vorhanden ist, um damit umgehen zu können.“
Allerdings zeigt uns das Leben, dass auch dies nicht immer zutrifft.
Siehe: Suzanne Segal, Kollision mit der Unendlichkeit.
Also: Sei Dir dessen gewahr, dass immer alles passieren kann!

Es wird also festgehalten, bis der letzte Gedanke, der letzte Wunsch oder die Anhaftung an die vielfältigen anderen Wertigkeiten, woran sich verzweifelt geklammert wird, sich von allein aus dem Griff des Ego löst.
Dadurch, dass sich jeder Aspekt des menschlichen Lebens, der durch die Ego-Wahrnehmung verfälscht ist, als nicht wünschenswert erwiesen hat.
Oder vielleicht eher.
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Bild von Peter Pan: "Gut festhalten!"

Dienstag, 10. November 2009

Odem




Demut und Hingabe an Gott und somit an die Liebe erscheint dem Ego-Behafteten als Schwäche und Kleinheit. So begegnet dem Gottzugewandten die Welt des Materialismus mit mitleidigen Lächeln oder naserümpfender Überheblichkeit.

Der weise Mensch muss nicht darauf antworten, doch er kann die Wahl treffen aus verschiedenen Möglichkeiten eine für den Moment passende Reaktion/ Nicht-Reaktion herauszugreifen.

Der in sich Ruhende ist in seiner Erwiderung spontan; nicht sein Gehirn entscheidet das Tun, sondern die Antwort auf das, was gerade da ist, erscheint aus dem Kontext. Das ist die einzig wahre Tat: „Du musstest das tun, damit die Geschichte weiter gehen kann!“ (Zitat)

Der Geist eines demütigen Menschen wird nicht verstrickt in die Verlockungen der Welt, weil er einen beständigen Frieden in sich trägt, der an emotionaler Aufruhr nicht interessiert ist. Derjenige Hochdruck – Akteur, der im Außen ständig seine Beschäftigung, Aufregung und Ablenkung (von sich selbst) sucht, kann sich keinen Frieden vorstellen, der nicht gleichzeitig den Untergang seines Lebens bedeutet.

Doch der stille, genügsame und friedvolle Mensch erfährt eine andere Art der Bewegung und des Seins allein durch die Zuwendung zu sich Selbst. Er wendet dafür keine Kraft und Mühen dafür auf und verausgabt sich nicht in seinem Dasein.

Die allumfassende Liebe Gottes ist die Kraftquelle, die niemals versiegen kann.

Denn die Welt des Werdens und Vergehens fliesst aus ihr heraus und kehrt wieder zu ihr zurück, wie der Lebensatem.

Gottes Liebesenergie strömt ewig und unvergänglich,
ohne Anfang und ohne Ende.

Und die Geschichte geht weiter.


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Bild von PolluxTS: "Morgennebel I"

Montag, 9. November 2009

"Wissenheit"




Es wird nicht beschrieben, was nicht mehr ist,
noch wird vorhergesagt, was „Sein“ wird.

Einzig Klarheit kann sich durchsetzen und lässt die Welt durchlässig werden,
für das Verstehen der Ereignisse, die sich einfach vollziehen.

Ohne Maske wird das Atmen leicht und befreit,
Alleinheit offenbart sich als Durchsetzung des Seins.

Das intellektuelle Verstehen kann nur eine Voraussetzung sein,
wenn Loslassen ohne dies nicht stattfinden kann.

Die absolute Wahrheit jedoch entspringt einer Quelle,
die dem Verstand übergeordnet,
also für den Verstand unbegreiflich ist.


Denn wie kann der denkende Geist
Gott/die Existenz/das All-Eins verstehen, wahrnehmen, erfahren,
wenn der Gedanke nur eine Funktion unseres Gehirnes
und der Gedanke sowie das Gehirn eine Schöpfung Gottes ist?

Die Samen, die vom Baum fallen, erklären Dir nicht, woher sie kommen,
sie „werden“ einfach zu dem, von dem sie „wurden“.

Ist Bewusstsein etwas, was wir wahrnehmen können,
oder ist es einfach das, was wir SIND?

Je tiefer wir uns in „unser eigenes Selbst“ führen lassen,
desto mehr dringen wir in DAS ein, was wir SIND.

Dann gilt es nicht mehr zu beschreiben, was ist /sein könnte
sondern nur noch
das zu Sein,
was mit Wissen nicht beschrieben werden kann.
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Bild von Dominik D.: "Schein und Sein".

Dienstag, 20. Oktober 2009

Sich berühren lassen



Äußern, was gefühlt wird - kein Palaver

Echtheit - nichts vor-gestelltes

Sein - nicht werden wollen

Liebe - ohne Erwartungshaltung

Miteinander - statt Egozentrik

Einheit - statt Trennung

Verstehen - statt Differenzierung

Offenheit - nicht Versteck spielen

Mensch sein - ohne Verleugnung Gottes

Hingabe - nicht erreichen wollen

Wissen - nicht Glauben

Das, was ist - kein Warten auf Morgen

Gegenwärtig sein - nicht gedankenverloren

Annahme - keine Flucht

Dankbarkeit - nicht haben wollen

Dasein - keine Suche

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Bild von Singa: "offenes Buch"

Montag, 19. Oktober 2009

Dilemma


Gibt es etwas, was ich zu sagen hätte, dass du nicht selber schon weißt?

Ich mag nicht belehren/ erklären, denn alles ist doch genau so, wie es ist, in Ordnung und jedes Ereignis hat seinen Sinn und Zweck - oder eben auch nicht - je nachdem.

Aber beides ist nicht wichtig.

Das Leben entwickelt sich, wie ich ein Bonbon auspacke.
Manchmal ist es lecker und manchmal nicht so nach meinem Geschmack.
Wenn ich eine Arbeit verrichte, habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht da bin, wo ich mich üblicherweise wähnte. Und nun ist dort, wer? - ein Namenloser.

Jemand, den ich nicht kenne.

Jemand, der sich konzentriert und versucht, alles richtig zu machen und der auf die Ansprache von anderen reagiert.
Ich kann mich mit ihm identifizieren, oder es sein lassen!
Egal.

In einem anderen Blog las ich kürzlich etwas von einem freien Fall...
Merke, dass ich mich anfühle , als gäbe es keinen Körper, der da fällt, wenn denn einer fällt…Auch ein Gefühl der Loslösung ist nicht vorhanden… als wenn jemand meine Nervenenden durchtrennt hätte…

Irgendwie geht im Moment alles an mir vorbei.
Aber vielleicht geht ja auch das vorbei – ich weiß es nicht.


Meine intellektuelle Herangehensweise an die Dinge ist auch nicht mehr wichtig.
Das Gefühlsleben auch nicht. Freunde auch nicht.
Wie oft hab ich gefragt:
„Was bleibt, wenn alles wegfällt?“
Auch nichts.

Es ist nicht erschreckend und keine Lethargie oder Resignation,
sondern einfach alles unwichtig.
Ich möchte schreiben und mir fällt nichts ein,
außer diesem Versuch einer Zustandsbeschreibung von mir.

Das ist für mich dann doch wirklich ein Dilemma - es sollte einfach eins sein…!!!
War doch die Intellektualität immer ein Teil von mir,
mit dem ich mich sehr stark identifiziert habe…
Womit identifiziere ich mich nun?

Gibt es etwas, was zu schreiben sich lohnte,
weil es jemanden gibt, der es lesen möchte,
was ich aber gar nicht weiß,
bis es geschrieben wurde…???

Siehst Du?
So sieht das aus, wenn ich anfange, über Dinge nachzudenken,
die mir eigentlich völlig klar sind, es aber mir nicht einfällt,
sie zu äußern, bevor ich darauf gestoßen werde.

Paradox - meinst Du?

Ich vergesse die einfachsten alltäglichen Dinge zu tun
und stehe vielleicht nur mit offenem Mund in der Gegend rum und weiß nichts…
Ich reagiere manchmal wie eine Handpuppe oder so’n Aufziehaffe
und komm mir noch nicht mal blöd dabei vor.
Spricht mich jemand an und ich habe eine Erwiderung, plappert es wie am Schnürchen – ist aber genauso leicht auch wieder auszuschalten.

Du lachst über mich?
Macht nichts…ich lache mit… aber wer erzählte einen Witz?


..................................................................Mein Dilemma....................................................................................?
Bis 31. Okt. bin ich „offline“.



Von Herzen kommende Grüße an alle,
die meinen Blog lesen.
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Bild von renelutz: "es ist immer noch kalt..."

Freitag, 16. Oktober 2009

Glaube



Worin besteht der Glaube des Menschen?

In dem Glauben an Gott?
Aber leider verhindert dieser Glaube an eine bestimmte Gottheit dann oft wiederum die Erkenntnis „des Göttlichen“.

Jeder hat seinen eigenen „Glaubenskodex“, und an diesem Glaubenstor prallen viele Wahrheiten, die ein Mensch hört, ab - wie an einer Mauer. Und in seiner Glaubensburg verschanzt er sich – nicht willens, einen Besucher einzulassen, der nicht ausdrücklich eingeladen wurde.
Es ist, als würde der Mensch Angst davor haben, seine Konzepte aufzugeben, weil er selbst dadurch sterben könnte… scheinbar weiß er nicht, dass all das, was an Vorstellungen stirbt, durchaus entbehrlich ist. Denn die Realität besteht nicht aus Gedankengebäuden,
dort drin wohnt nur der konditionierte Verstand.

Der Mensch verbaut sich seine eigene Weisheit dadurch, dass er vielem keinen Glauben schenkt, und oft nur denen zuhört, die scheinbar „besondere Fähigkeiten“ haben: renommierte Wissenschaftler, berühmte Philosophen oder bekannte spirituelle Meister. Denen hängen sie dann an den Lippen und hoffen, durch die Worte einer „wissenden“ Person selber zu Wissen zu gelangen. Doch die Offenheit für das Wissen, ist auch dann nur bedingt gegeben, wenn die Aussagen zwar angenommen werden, aber nicht verinnerlicht.
Oftmals wird daraus wieder nur eine neue Vorstellung konstruiert.

Jeder Mensch hat einen Wahrnehmungsfilter.
Dieser lässt nur bereits bekannte Informationen oder für ihn vorstellbare Konzepte in das Bewusstsein vordringen. Logisch, das man so nichts wirklich hinzulernen kann. Es wird verhindert, dass wichtige Informationen in unser Bewusstsein dringen, weil wir nicht an sie „glauben“.
Damit bleiben wir in einem Entwicklungsstand hängen, aus dem heraus wir die wachstumsfördernden Ereignisse in unserem Leben nicht anerkennen,
nicht annehmen und nicht leben wollen, weil wir glauben, dass sie FALSCH sind.
Damit sagst Du zu Deinem Leben: „Ich will Dich nicht“! (Eckart Tolle)

Tausende verdrängte Ereignisse leben in unserem Unterbewusstsein weiter und verursachen uns seelische Schmerzen und teilweise fortwährendes Leiden. Aber der Mensch glaubt nicht daran, dass die bedingungslose Annahme des Lebens ihm weiterhilft.

Darum möchte ich eine Metapher anbieten:

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Gott ist wie eine Blume, die in Dir blüht.
Wenn Dein Herz ganz geöffnet ist vor lauter Liebe, Mitgefühl und Annahme
und Du die Schönheit des Lebens atmen kannst, erblüht diese Blume in Deinem Herzen.

Du hast sie selber nicht eingepflanzt, diese Blume, dennoch kannst Du sie in Dir spüren,
wenn das Leben Dich ganz tief berührt.

Am weitesten blüht diese Blume auf
in Momenten des größten Schmerzes,
wenn Du in der Lage bist, ihn zuzulassen.
Keine irdische Liebe, keine Schönheit, kein Glücksgefühl
kommt dem gleich,
was sich in Dir auftut, wenn du vermeintlich an Deine Grenzen stößt.
Dein liebendes Herz kann sich erst weit öffnen, wenn Du das Gefühl eines Verlustes, einer Trauer, einer Trennung annimmst und Dich davon berühren lässt.

In dem Moment dieser Annahme wird es dann ganz still um Dich herum
und es gibt nur noch dieses Gefühl in Dir.
Du glaubst Dich weit fortgetragen von der Realität und bist ganz allein.
Nur Stille, kein Gedanke mehr,
hinauskatapultiert in die Weite des Universums,
und nur noch das Gefühl Deiner Präsenz.

Allein - still - losgelöst - unendlich

In dieser Hingabe an die Unendlichkeit
entsteht in Dir das vollkommene Erblühen der Blume Gottes,
der LIEBE.
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Bild von matu: "es war einmal..."

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Im Verborgenen








"Eine Liebe kann ich spüren, die so tief und so nah mir geht, dass sie sich scheinbar in einem Punkt innerhalb meines Körpers befindet.
Es sind Menschen in meinem Herzen… und dort ruht der Gedanke an sie. Weck ich sie auf, kommt aus den Tiefen meiner Empfindung ein unendliches Sehnen, als ob es darauf gewartet hat, zutage kommen zu dürfen.

Tiefe, endlose, unerschütterliche Liebe…
zu Menschen, die ich seit „Ewigkeiten“ nicht gesehen habe, ja noch nicht einmal von ihnen gehört habe. Und doch sind es keine Erinnerungen, kein Wiederholen von Erlebtem in Gedanken. Es ist ein Gefühl, dass sich offenbart, welches sich nur auf diese Art und Weise eröffnen kann – in tiefer Liebe zu einem Menschen – weil der Mensch als solches zu keiner größeren, umfassenderen Liebe fähig ist.

Dennoch glaube ich fest daran, dass dieses Gefühl, diese Sehnsucht auf etwas ganz anderes gerichtet ist….
… auf etwas, was wir Menschen nicht kennen, nicht sehen und nicht anfassen können. Und was wir nicht kennen, können wir nicht lieben, weil wir nicht wissen, was wir erhalten. Denn wenn wir lieben, tun wir dies nicht, ohne dass wir dafür etwas erwarten.
Wir wollen wiedergeliebt werden und Nähe, Zärtlichkeit und Wärme spüren. Allerdings ist die Liebe zweier Menschen zueinander nicht das, was diesen Menschen die Erfüllung und das Glück bringt, welches sie sich erhoffen. Und die Liebe zu etwas Unbekanntem verspricht noch weniger die Erfüllung menschlicher Sehnsüchte.
So denken wir, so leben und lieben wir.

Doch meine Liebe ist nicht von dieser Welt.

Ich liebe den vollkommenen Menschen, der ich selbst nicht bin. Ich liebe die Tiefe eines liebenden Herzens, das Mitgefühl für alle Wesen dieser Erde kreist in meinem Blut.
Ich weine mit dem, der traurig ist und lache lauthals mit den Glücklichen.
Ich liebe den Menschen, der mir in die Augen sieht und seine eigene Schönheit in der meinen erkennt. Ich bin denen nah, die sich um andere sorgen und ich bin dort traurig, wo man sich seiner Trauer nicht schämt. Ich bin das Verständnis für das Unverständnis der Menschen und wundere mich dort, wo man nicht weiter weiß. Ich liebe die offenen Hände der Hilflosigkeit und bin an erster Stelle, dort, wo gegeben wird. Ich liebe es zu reden, wenn es geschätzt wird, mir zuzuhören und ich schweige still, wenn ein Mensch mir zu berichten hat. Ich liebe es, den Frieden in gefalteten Händen zu erblicken und wenn jemand die Hände in den Schoß legt, setze ich mich dazu - in Frieden."

© 2002
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Das Wissen und das „bewusstwerden“ erscheinen mir immer noch manchmal
als zwei verschieden Dinge.
Wie es aussieht, tragen wir Menschen bereits seit Ewigkeiten alle spirituellen Erkenntnisse in uns und sie warten nur darauf, entdeckt zu werden.

Ich bin eine gnadenlose Analytikerin und so dauert es eine lange Zeit, bis „ich“ endlich aus dem Weg treten kann, um den Erkenntnissen den Weg gänzlich frei zu geben.
Genauso spüre ich aber auch, dass dies ohne mein Zutun „geschieht“.
Mir scheint, als wenn es Wellenbewegungen gibt, die das Verborgene langsam an die Oberfläche schwemmen.
Ich pflege Aktivitäten, die meinem Geist sowohl Nahrung geben, als auch den Raum lassen, in dem sich die Wahrheit entwickeln und offenbaren kann - sozusagen parallel.
Und während ich meinen Verstand beschäftige und mein Bewusstsein geöffnet halte, wird mir quasi „das Strandgut“ vor die Füße gespült – in mein Bewusstsein.
So beantworten sich Fragen.

Das Wissen ist vorhanden, aber wie verschüttet.
Eine wunderbare Ent- deckung!
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Bild von 3st: "Suchbild"

Dienstag, 13. Oktober 2009

Nur Leben oder nur Gott?






Ist es nicht so, dass wir Menschen ein Leben führen, welches sich paradoxerweise manchmal in sich selbst widerspricht?
Man könnte meinen, dass wir in einer Zwickmühle sitzen,
zwischen der Motivation, hier auf Erden unser Leben zu leben und zu erhalten und auf der anderen Seite
befindet sich unser Bestreben, Gott zu erkennen.

Doch dass beide Seiten ein und dasselbe sind, ist für manchen schwer zu verstehen.


Doch es gibt keine Trennung.
Das Einzige das trennt, ist das Ego!


Neulich schrieb ich mit einem Freund.
Unter anderem stand folgendes in dem Brief:

„….welchen weg willst du gehen um Gott näher zu kommen?... oder für dich allein nach dem weg der liebe suchen? was wohl schlechthin der beschwerlichste weg ist, zumal wir uns im alltag auch noch behaupten müssen....“

………………… "Im Grunde empfinde ich nur große Enttäuschung über die Menschen, wobei: Frauen können da genauso enttäuschen. Eigentlich unterscheiden sie sich da nicht großartig von ihren Gegenpart, dem Mann.

In meinem Fall habe ich einfach nur mal wieder gedacht, ich kenne jemanden, mit dem ich mal ins Kino gehen kann oder mal ein nettes Abendessen zu zweit – OHNE angebaggert und vollgesülzt zu werden!!!
Kannst Du das vielleicht verstehen? Dass Frau einfach nur plauschen will und einen schönen Abend haben OHNE ständig sabbernd angeglotzt zu werden?

Das ist eigentlich schon alles.
Aber ich weiß wohl, ich erwarte zuviel von den Menschen.

Ich habe, glaube ich, schon mal erwähnt, dass ich mich spirituell auseinandersetze
– Gott habe ich bereits gefunden….

Ja – guck nicht so!

Ich weiß, worum es beim Glauben geht
und ich weiß auch, warum so viele Menschen von Gott enttäuscht sind:
Weil sie denken, das Gott wie ein Mensch denkt und handelt – aber das tut er nicht –sonst wäre er nicht Gott sondern ein Mensch.

Dieser ganze Irrsinn und Wahnsinn und Verwirrtheit und das egoistische Getue in der Welt ist nicht GOTT – gewollt!

Aber er verhindert es auch nicht!

Weil er keine VERHINDERER ist, sondern DAS POTENZIAL für ALLES im Leben, was geht!
Ja – für alles, was möglich ist, und es ist vieles möglich.
Gut, dass der Mensch das noch gar nicht begriffen hat, zu was er wirklich in der Lage ist!!!!

Gott ist das reine Leben – die Existenz – er ist DU und er ist ICH…!!!
ER ist kein Richter und kein Henker und kein Masochist – so sind nur wir Menschen!
Gott ist die REINE Liebe – sonst nichts.
ER ist alles, was du siehst und wahrnehmen kannst.

Aber das Beste ist, dass ER nicht getrennt von uns ist.
ER ist IN UNS – aber nicht in jedem Menschen ein eigener Gott, sondern in jedem Menschen derselbe Gott. Eigentlich ist ER auch nicht in uns – unserem Körper, sondern er ist der Raum, das Potenzial dem wir „abstammen“.

Verstehst Du?
Es gibt nur GOTT. Und wir SIND, weil es IHN gibt,

ER ist unsere „Ursache“. Das bisschen Genetik und Materie ist sehr wohl der Same für ein beginnendes Menschenleben...
...aber dass ein Fötus heranwachsen kann, ein Baby geboren wird, lernen kann, groß wird, denken lernt, lebt, einfach da ist, …ist Gottes Schöpfung.
Ohne Gott KEIN LEBEN – REIN GAR NICHTS!
ER schöpft ohne Unterlass und ohne Beschränkungen.

Aber: Der Mensch kann und will Gott in sich selbst nicht erkennen!
Und weil der Mensch seine eigene Göttlichkeit verleugnet, gibt es den Sündenfall.

Der Mensch verleugnet Gott und damit sich selbst.
Der Mensch hat sich einen Verstand und ein EGO gebastelt und hält diese kleine Menschenfigur für gigantisch und maßt sich an, über allem in der Welt zu stehen:
Über die Natur, über die Tiere und die Umwelt.
Und auf die Armen, Schwachen, Alten, Kranken und Bedürftigen sieht der Mensch in seinem Größenwahn herab und verachtet alles, was nicht so ist, wie er selbst.

Er hat sich seine eigene Identität „geschöpft“, aber eigentlich ist er nur nicht in der Lage, sich von seiner Tier-Natur, die er ist, zu lösen -
– zu erwachen in die Erkenntnis, welches sein wahrer, göttlicher Ursprung ist.

Kannst Du mir noch folgen, ....?

Das ist keine Philosophie, die ich mir ausgedacht habe, sondern die Realität.
Schau Dich um und Du wirst sehen, dass es so ist.

Die Schöpfer dieses Lebens wir selber, aber wir verleugnen so sehr unser wahres Selbst, und weigern uns, barmherzig zu sein, dass wir vergessen haben, was Liebe ist.

Liebe ist kein zartes Pflänzchen… Liebe ist unser Urgrund, die Quelle allen Daseins…
Gott ist reine Liebe und da er BEDINGUNGSLOS liebt, gibt es keine Grenzen…"
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Bild von josef T. Razaie: "allein im käfig"

Freitag, 9. Oktober 2009

Unendlichkeit





In den Zeiten,
in denen unser Leben erschüttert wird,
und unsere Welt aus den Fugen gerät,
haben wir das Gefühl der Angst, Trauer und Unsicherheit.

In solchen Momenten aber
sind wir unserer Heimat näher als zu jeder anderen Zeit.
Die Stille, die sich in uns ausbreitet schafft den Raum,
in der uns sich die Unendlichkeit offenbart,
wo unser Zuhause ist.

Der Nebel lässt uns verschwinden,
der Spiegel wirft uns zurück.
Was bleibt ist die Stille.
Still – lichtlos und leer.

Eine Stille
in der alle Geräusche möglich sind.
Eine Dunkelheit,
in die Licht jederzeit eintreten kann.
Eine Leere
die angefüllt werden kann mit allem, was das Leben vermag.

Die Unendlichkeit ist und bleibt für immer
in Stille und Leere und Offenheit für dieses Leben.
Du findest sie in diesen Momenten,
wenn die Unendlichkeit sich Dir offenbart.


Copyright by She’s

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Diese Zeilen schrieb ich 2002, nachdem mein Bruder auf erschütternde Weise aus dem Leben gerissen wurde.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wieviel Wahrheit diese Zeilen enthalten.
So ist das Wissen immer vorhanden, nur für uns nicht immer offensichtlich.
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Bild von "Mecky07": Idylle und Ruhe

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Poesie



Der Geschmack der Freiheit


Ein leises Flüstern, das Du vernimmst,
Der Ruf des Geliebten sanft wie ein Hauch …
Unvergleichbar, was Du gewinnst,
Doch willst Du es greifen, verlierst Du es auch.

Dann poltert es, lässt Dich schreien vor Vergnügen,
Es bewegt Dich total und brennt mit Dir durch…
Wie das Gefühl, sich spontan zu verlieben,
Nur völlig ohne Gier und ohne Furcht.

Und es wird still, Du bist ganz allein,
Nichts tut sich auf, Du kannst nur noch lauschen…
Kein Schauen mit den Augen, nur Wissen und Sein,
Zwecklos der Versuch, es aufzubauschen.

Die Freiheit schmeckt süß, das Sein ist ganz still,
Das Leben wird freudig und schön…
Dass Du es erkennst, ist Gottes Will,
Es ist Dir bestimmt, diesen Weg hier zu gehen.




Copyright by She´s
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Bild von Michael Schnabl: "Flying over blue clouds"

Montag, 5. Oktober 2009

Alles Sein


Ich möchte einfach alles sein!


Ein Buch, das ich vor Jahren in die Hand bekam, trug diesen Titel:
„Ich möchte einfach alles sein!“

Ich weiß heute nicht einmal mehr, was in dem Buch geschrieben stand, aber der Titel ist das, was meine Wünsche aus meiner Jugend widerspiegelt.

„Alles sein“ – das wollte ich und dieser Wunsch entsprang damals nur einem einzigen mächtigen Gefühl:
"Dieses Leben, wie ich es führen muss, ist nicht das meinige!
Ich gehöre hier nicht hin!"


Ich hatte unglaublich viele Träume und Wünsche, doch sie ließen sich meist nicht verwirklichen. Ich war nicht in der Lage zu verstehen, warum mich das Leben immer wieder "beutelte" und mir nicht das gab, was ich erhoffte: Liebe, Geborgenheit, Wärme und Nähe und ein bisschen Glück! Ich glaubte damals, ich hätte ein Recht darauf!

Ein Gefühl, welches zu meinem ständigen Begleiter werden sollte, war, dass mein Leben sich unecht "anfühlte", ein "fremdes" Leben mit ständigen, mühlartigen Routinen des Alltags, lästigen Pflichten und Aufgaben, ab und zu mit kleinen "Aufs", und den danach unausweichlich folgenden "Abs".
Ein Leben, mir vorgeschrieben von Leuten, die nicht verstehen wollten und nicht verstehen konnten, dass das nicht MEIN Leben war und das ich so nicht leben wollte...

Dies zeigte sich auch in den Gedichten, die ich als Jugendliche reihenweise schrieb, in denen ich einmal verbittert schlußfolgerte:
“ So, wie ich bin, kann anscheinend nur Gott mich lieben!“

Was Wahrheit war, wusste ich damals nicht – ich fühlte mich einfach nur abgelehnt und ungeliebt, denn fast jeder hatte an mir etwas auszusetzen.
Und die Krux war, nach unzählbaren Versuchen, anders zu sein, als ich war, diesen kindlich - hilflosen Versuchen, mich zu verändern, damit ich den anderen gefalle und geliebt werde, - dass das alles gar nichts änderte. Ich konnte es meinen Mitmenschen einfach nicht recht machen, weil sie immer etwas anderes forderten, als ich zu tun und zu sein in der Lage war.

Doch in der Tiefe meines Herzen spürte ich:“ So, wie ich bin, hat Gott mich gemeint!
So – und nicht anders! Ich bin richtig so!“
Doch als junger Mensch wusste ich damals selber nicht, wie sehr die anderen im Irrtum waren, wenn sie versuchten, mich zu ihrer Marionette zu machen. So begann ich mehr und mehr zu verzweifeln.
Wie könnte ich denn nur anders sein, als ich bin? So etwas ist doch gar nicht möglich!

Die einzige Wirkung, die mein Umfeld in meiner Kindheit und Jugend damit auf mich ausübte, war, dass ich irgendwann begann, mich selbst zu verleugnen und mir Masken aufsetzte, die mich wohl für die anderen noch unerträglicher gemacht haben.
Doch hinter diesen „Masken“ habe ich geweint und geschrien – aber niemand hörte meine Hilferufe.


Erst viele Jahre später, als ich vollends aufgab und es zuließ, für die anderen ein dummer Niemand zu sein - allein, vergessen und ungeliebt ... und als ich dann allein meinen Weg unbeirrt weiter verfolgte, änderte sich endlich etwas. Aber auch dann war nicht ich es, die sich veränderte, nein.
Indem ich aufhörte, anderen Menschen einen Platz in meinem Leben einzuräumen, wurde es ruhiger und schöner und heller in mir, hörte mein Kampf mit mir selbst auf.
Ich durfte endlich Sein!

Ich wundere mich heute darüber, ohne Blessuren und Narben auf der Seele und im Herzen diese Zeit hinter mir gelassen zu haben. Dass ich lieben kann von ganzem Herzen und heute das Leben, so wie es ist, genießen kann, ist kein Wunder.
Denn zu erkennen „Alles sein zu können“, DAS SEIN zu können, was ich mir als Kind immer gewünscht hatte, ist das größte Geschenk, was mir in meinem Leben zuteil wurde.

Dafür war es nötig, mich unabhängig zu machen und auf die Suche nach der Wahrheit zu gehen. Der Wahrheit, die da immer noch - vielleicht zum Leidwesen der anderen - heißt:
„Ich bin perfekt, wie ich bin."
So wie jeder andere Mensch auch,
aber jeder auf seine ganz persönliche gottgewollte Art und Weise.

Und keine Marionette auf der Bühne der Menschen.

Sondern Alles Sein.
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Bild von klavierspielerin: "Masken"

Freitag, 2. Oktober 2009

Endlose Suche?



Jahrelang war ich auf der Suche und wusste am Anfang nicht, was genau mich am Ziel erwartet.
Ich wollte einfach nur verstehen, warum das Leben SO mit mir umsprang und andere Menschen (aus meiner Sicht) so sehr begünstigte; warum mich das Schicksal so ohrfeigte.

Es war eine lange Zeit schwierig für mich zu erkennen, ob ich mich vielleicht auf einem Holzweg befand, weil mein Leben nicht besser wurde, sondern mir noch grausamer erschien, nachdem ich begonnen hatte, mir meine Nicht- Erfolge und mein persönliches Versagen vor Augen hielt und es „mikroskopisch“ untersuchte, um die Gründe für all die Ungerechtigkeiten, die mir widerfuhren, „herauszusezieren“.

Sehr viele Bücher von spirituellen Autoren habe ich verschlungen, inhaliert, studiert, darüber meditiert.
Mit der Zeit begann sich mir ein „Bild“ dessen zu entwickeln, was ich suchte, was mir Erfolg und Besserung in meinem Leben versprach.
Ein Bild, welches gespeist war von den Vorstelllungen anderer Menschen und deren Beschreibungen darüber, welche Vorstellungen sie selber von einem besseren, schöneren Leben haben oder was ihnen persönlich an Ereignissen widerfahren ist.

Mein Gewinn durch das Studium dieser Literatur war, dass ich eine Ahnung davon bekam, das es etwas gibt, das man nicht sehen, anfassen und spüren kann, was sich aber trotzdem zu erlangen lohnt, weil es (theoretisch) „das Himmelreich auf Erden“ versprach.
Mein Nachteil durch das Lesen dieser Bücher war, dass ich einer „Vorstellung“ über dieses „Etwas“ erlag.
Geht mir sicher nicht alleine so.


Aber irgendwann wurde ich halt zu einer spirituell Suchenden und „probierte mich“ in den verschiedensten Methoden, um zur Klarheit des Geistes zu gelangen.

Und ich versuchte herauszufinden in welchen Erfahrungen Wahrheit steckte und wo ich irgendwelchen Illusionen erlag. Dieses Vorgehen allerdings erweiterte ich mit voranschreitender Zeit auf mein ganzes Leben. Nichts in meinem Privatleben oder im Job, beim Einkaufen und Spazierengehen blieb „spirituell“ ununtersucht.


Jeder Mensch, der eine Erfahrung macht oder eine „Wahrnehmung hat“ kann dieses nur auf seine ureigenste Art erleben und beschreiben. Je nachdem, wohin man sein Augenmerk lenkt, wird die eine oder andere Sichtweise besonders betont, sei es nun auch vor dem Hintergrund einer christlichen Erziehung, einer buddhistischen Lehre, des Hinduismus ect… was auch immer.

Und dazu kommt dann die "Art" der Wahrnehmung, der sogenannte Wahrnehmungsfilter eines Menschen – denn das ist entscheidend für die Auswirkungen, die die Erfahrungen auf das Leben des Einzelnen haben, genauso wie diese Wahrnehmung sich bei bei der Ausübung der spirituellen „Praktiken“ zeigt:

Denn der eine erlebt vielleicht so manche Ekstase während seiner Meditationen, der andere spricht völlig klar mit Engeln oder verstorbenen Meistern, jemand anderes channelt oder führt Gespräche mit Gott, der nächste widerum verneint alles, was irdischen Ursprungs ist, der übernächste übt sich in Tantra und glaubt daran, emotional oder energetisch Fortschritte machen zu können…. kurz: jeder „erfährt“ sein Leben auf seine "persönliche Art“,

wenn auch alle mit dem gleichen Ziel:

…zu verstehen, zu erkennen, erlöst werden, zu erwachen,.... ein angenehmeres Leben zu haben. Vielleicht ekstatisch außerhalb der Alltagswelt zu stehen, einfach über Allem zu schweben, eins zu sein mit Gott, dem Nirvana, kein Leid mehr zu empfinden, immerwährende Glückseligkeit….


Aber die Wahrheit ist leider, dass solange wir diese Motivation verspüren, etwas erreichen zu wollen, beziehungsweise etwas unangenehmes loswerden wollen, solange bewegen wir uns IMMMER NOCH auf der Ebene der Kausalität, befinden wir uns immer noch auf der Suche.
Aber vielleicht wollen wir das ja auch!?


Mancher Meister sagt nur einfach: „Lass los“ oder:“ Du bist DAS“, oder: frag Dich nur: „Wer bin ich?“, oder sag nur: „ Ich bin“,….alles schön und gut, aber vielen, die wirklich zutiefst verstehen wollen, genügt das nicht, so wie auch mir, auch wenn bereits intellektuell verstanden worden ist, was damit gemeint ist.
Oft erklärt ein Meister eigentlich nur das, wodurch er selber "verstandenhat", was bedeutet, das diese Erfahrung „Sein Erleben“ war, bedingt durch seine persönlichen Lebensumstände, wahrgenommen durch seinen Wahrnehmungsfilter.
Im Moment mal ganz abgesehen davon, dass es so hoch entwickelte Menschen gibt, wo bereits allein die Präsenz dieses Meisters eine große Wirkung auf den spirituellen Aspiranten haben kann.

Für viele bleibt aber dennoch der Wunsch, erkennen zu wollen, was wirklich IST, eine jahrelange Suche nach der „richtigen“ Methode FÜR SICH SELBST! Die mühevolle Suche und das Ausprobieren unterschiedlicher spiritueller Praktiken bleibt vielleicht jahrelang ohne Erfolg.


Aber was ist, wenn genau das der Weg ist?

???

Die Suche nach sich selbst, DER Weg zu sich selbst ist?

Wir müssen nur:

... das persönliche Selbst auflösen um das unpersönliche SELBST zu „entdecken“.

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Nur?
Im Grunde ist diese Arbeit der Auflösung, die Arbeit, sich selbst zu durchleuchten und alles hervorzuholen, was man im Herzen, in der Psyche, im Geist und oftmals auch in den Körperzellen mit sich herumträgt. Alles muss angeschaut werden, analysiert (woher, warum, wofür) werden, um es zu durchschauen um dann endlich loslassen zu können.

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Der Weg zu m(ir) selbst - IST der "Weg" zum SELBST!


Dabei ist es völlig gleichgültig, welche Methoden oder Praktiken dafür benutzt werden, solange wir auf dem Weg bleiben (wollen), uns selbst zu erkennen.
Oder besser gesagt: zu erkennen, das wir das, wofür wir uns selbst unser bisheriges Leben lang gehalten haben, gar nicht sind.
Und diese Erkenntnis tritt dann schlussendlich ein, wenn wir uns von all den unzähligen unnützen Dingen, die wir mit uns herumtragen, befreit haben.
Damit beginnend, alles im Leben offenen Auges anzuschauen und nichts auszulassen.
So schulen wir unseren Blick für das, was wir zu schauen vermögen.
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Bild von Dwight: "You know, I think..."

Mittwoch, 30. September 2009

Der tiefere Sinn


Eine Zen – Geschichte

In einem Zen - Kloster wurde der Mönch Sosan erleuchtet. Die (persönlichen) Götter erfuhren davon und kamen auf die Erde, um Sosan zu sehen, denn auch für Götter ist es ein erhebendes Erlebnis, ins Angesicht eines Erleuchteten zu schauen. Sie besuchten das Kloster, doch wo sie auch suchten, sie konnten Sosan nicht finden. Denn Sosan war nicht mehr da. Es gab keinen Sosan mehr. Jedenfalls gab es, wo Sosan war, kein Gesicht zu sehen, denn Sosan hatte sich im Ungeborenen aufgelöst. Weil die Götter aber so gern Sosan sehen wollten, ersannen sie eine List: Sie verschütteten Reis auf einem Weg im Klostergarten, versteckten sich hinter einem Busch und warteten. Nach endloser Zeit kam Sosan des Wegs, lautlos und unsichtbar. Doch als er die Reiskörner auf dem Weg verstreut sah, durchschoß ein Gedanke seinen leeren Kopf, eine ärgerliche Reaktion: „Wer war das?“
In diesem Gedankenblitz konnte die Götter einen Augenblick lang Sosans Gesicht sehen.
Beglückt flogen sie wieder nach Haus.


In einem Zen - Kloster wird jedes einzelne Reiskorn mit Respekt behandelt. Reis achtlos zu verschütten gilt als schlimmes Vergehen. Die persönlichen Götter hatten also, modern ausgedrückt, einen von Sosans Knöpfen gedrückt. Das geht nämlich bei Erleuchteten genauso wie bei Unerleuchteten, wenn man nur weiß, wo die Knöpfe der lichtüberstrahlten, dunklen Persönlichkeitsanteile verborgen sind.
Die Bedeutung der Geschichte von Sosan liegt in dessen empörten Gesicht: „ Wer war das?“
Niemand war das, Sosan. Das bist du selbst.
Nur wo er oder sie durch Gefühle und Gedanken durch die Persönlichkeit wirkt, kann ein erleuchteter Mensch gesehen werden. Nur an diesem Ausdruck wird er gemessen werden. Wer diesen persönlichen Ausdruck mit „inneren Kreisen“ verstellt, hat offensichtlich etwas zu verbergen. Das fordert die Provozierenden Tests seiner verneinten Teilselbste heraus. Die Lichtgestalt kippt ins Dunkle ab.

Diese Einseitigkeit gibt Schlagseite und lässt stolze Schiffe plötzlich sinken.
Denn es gibt sicherlich die erleuchtete Realität des Formlosen.
Aber neben ihr räuspert sich auch die ganz irdische Persönlichkeit mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen.
In den Götterhimmeln der Hindus oder der alten Griechen ist diese Balance durch gegensätzliche Gott-Charaktere wie den rationalen Apollo und die verführerische Aphrodite gespiegelt. Eine Lebensweisheit des antiken Griechenland besagt, der Mensch solle alle Götter ehren. Wer sich nur einem Gott verschreibt, lebt in Hybris, Selbstüberhebung, ist aus dem Gleichgewicht gekommen und ignoriert in blinder Arroganz den Rest der Welt. So provoziert er die Rache der vernachlässigten Götter.
Nur wer alle Götter ehrt, also alle Aspekte seiner selbst annimmt, kann die unio mystica, die große Widervereinigung der Gegensätze in sich selbst verwirklichen.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Die Erleuchtungsfalle – Der Mythos der Meisterschaft von Klaus P. Horn, Seiten 178/179 aus dem Jahre 1997.

Der Inhalt ist ohne Zweifel selbsterklärend.

Ich mag diese Zen-Geschichten sehr, weil ich im ersten Moment denke: “Das ist ja nur ein Märchen“, mich entspanne und mich der Geschichte ohne Vorbehalte hingeben kann. Aber beim zweiten Hinschauen entdecke ich, wie hier von Klaus P. Horn geschildert, den äußerst tiefen Sinn in der Erzählung. Aber dann ist jeder Inhalt schon, ungefiltert von meinem Verstand, komplett in mich hineingesickert und wird keiner Prüfung mehr unterzogen.

Ungeprüft angenommen.
Das ist der tiefere Sinn von Märchen und Geschichten.
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Bild von M. Reinhardt:"Friedenskirche"

Montag, 28. September 2009

Ohne Angst



Wenn ich keine Angst verspüre, kann ich ganz gelassen durchs Leben gehen.

Das Leben geschieht, während ich damit beschäftigt bin, etwas ganz anderes zu planen, und ich weiß, dass Gott, die Existenz, genau die Ereignisse in mein Leben bringt, die geschehen sollen, die irgendwie „gut“ für mich sind - im weiteren Sinne.

Dieses Vertrauen in die Existenz – das Sein, ist das, was mich ohne Angst meinen Weg weiter verfolgen lässt. Alle Mühen, die ich aufwenden muss, und alle Steine, die auf meinem Weg liegen, dienen mir zu weiterem Verständnis… mag ich auch manches noch nicht erkennen.

Obschon das Gefühl von Aufgehobensein im Arbeits-Alltag auch zeitweise schwindet, weiß ich dennoch, dass „ich“ getragen werde und niemals verloren gehen kann.

Liebe trägt mich meinen Widersachern entgegen, denn auch dort weiß ich, das das alles nichts mit mir zu tun hat. Mehr noch – ich stelle mich ohne Gegenwehr zur Verfügung. Zur Verfügung anderer – als Mittel für ihr Erkennen.

Wenn ich spüre, dass „ich gelebt“ werde, gebe ich mich dem hin, denn weder habe ich eine Wahl, noch habe ich die Möglichkeit, selbst als „Person“ zu handeln.

Es gibt nichts mystisches daran, wenn ich spüre, dass das „ ich“ nicht das ist, was „ich“ immer geglaubt habe. Es ist ein Gefühl, wie „neben sich zu stehen“ oder wie distanziertes Handeln. Dieses wird durch nichts ausgelöst, sondern ist einfach nur ein Geschehen.

Der Blick auf Ereignisse, die „ich“ niemals getan hätte, geschweige denn auf die Idee gekommen wäre, etwas dergleichen zu tun, zeigt mir deutlich, was der Erfahrung des wahren „Selbst“ bislang entgegenstand:
Mein Eindruck, „ich“ wäre die Handelnde.

Vielleicht kann niemand genau sagen, wodurch „es“ geschieht, aber eins ist notwendig:
Es zuzulassen- das Leben, mit allem, was da kommen mag.
Und vor allem: zu integrieren, was noch abgelehnt wird.

Gott bürdet uns nie mehr auf, als wir (er)tragen können.
Und das, was wir dafür bekommen, ist die Mühe wert.
Viel mehr als das.

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Bild von tulluli: "Orchidee!

Freitag, 25. September 2009

Einfach Liebe





Ein Wunsch hat sich erfüllt.
Ich hielt es im Moment nicht für möglich, aber dann geschah „es" einfach.

Am letzten Wochenende sah und hörte ich den Menschen, den ich schon lange sehen wollte.
Ich kann mit Worten nicht beschreiben, wie sehr mich seine PRÄSENZ beeindruckte!

Ich spürte die Liebe, die von ihm "ausging", die diesen Menschen einfach umgab....
Ich hatte keine Ahnung, was mich bei dem Talk erwartete und war daher nicht darauf vorbereitet, welch eine Wirkung in mir verursacht wurde.

Und diese Präsenz wirkt immer noch.

Jedesmal, wenn ich einen seiner Texte lese, wenn ich eines seiner Videos anschaue oder mich einfach nur an sein Antlitz erinnere, empfinde ich selbst eine Präsenz, die mich im Inneren erfüllt.

Nun kann ich auch "endlich" spüren, das alles Liebe ist!
Und dafür bin ich einfach nur dankbar.


Danke, Werner.


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Bild von Queri: "Rose"

Mittwoch, 23. September 2009

Hirngespinste



Über das Handeln

„Unsere Handlungen sind vorherbestimmt“

Sehr oft habe ich diese Aussage gehört oder gelesen aber auf meine Frage,
wer oder was meine Handlungen vorherbestimmt, fand ich bislang keine Antwort, die mir weitergeholfen hätte.

Ich hatte immer nur die unangenehme Vorstellung, dass, wenn gesagt wurde, dass mein Leben irgendwo in einer Art Drehbuch bereits geschrieben steht, mein eigenes Leben nicht mehr lebendig und beeinflussbar ist.

Dies ließ einen Eindruck entstehen, dass ich ein „totes“ Leben führe, das eigentlich schon abgelaufen ist, nur dass ich das noch nicht mitgekriegt habe.
Eine grauslige Vorstellung!


In solch einem vorherbestimmten Leben, so dachte ich, ist doch nichts Berührendes, Bewegendes, Beeindruckendes mehr!
Das kann doch so nicht sein, denn dann würde selbst das ganze Werden und Vergehen des ewigen Kreislaufes des Lebens keinen „Sinn“ mehr machen.


Nun habe ich in einem Buch von Jiddu Krishnamurti eine Antwort entdeckt.
Dort steht geschrieben:
„Unsere Handlungen sind Folgen unserer Vergangenheit. Sie sind bedingt durch unsere Eltern, unsere Erziehung, unsere Gene, sie sind Folgen der Evolution.“

Okay, - wenn ich dem jetzt einfach mal Glauben schenke - was mir bei Jiddu Krishnamurti nicht schwer fällt – dann lebt „mein Leben“ also doch noch und ist noch nicht "im Hintergrund abgelaufen".
Diese Lebendigkeit ist doch das Einzige, was ich habe und ist das, was das Leben lebenswert macht.
So empfinde ich es jedenfalls.


Also, wenn es diese Information jetzt weiter verarbeite, komme ich zu dem Schluss,
dass meine Handlungen durch meine Erfahrungen, Gene und alles jemals Erlernte bestimmt werden und nicht durch spontanes, bewusstes Denken und Entscheiden erfolgte;
und das bedeutet dann letztendlich:
dass ich aus dem Unterbewusstsein handele!

Immer getreu dem Motto:
Ursache und Wirkung,
Aktion – Reaktion.
So wird auch klarer, warum es Handlungen gibt, bei denen man unbewusst ist,
oder sprichwörtlich „nicht ganz bei sich".

Und wenn man sich fragt, wo sich das Unterbewusstsein befindet, stellt man nur fest,
dass es nicht lokalisierbar ist.
Denn das Unterbewusstsein ist ja nur eine Bezeichnung für die „Dinge“, die uns eben NICHT BEWUSST sind, aber IN UNS gespeichert sind und vom Gehirn nur AUSGEWERTET werden.

Mag sein, dass das alles sehr intellektuell betrachtet klingt, aber das ist nun mal meine Herangehensweise: Ich analysiere die Dinge so lange, bis ich sie verstanden habe.

Also weiter:
Die Gehirnforschung hat herausgefunden, dass der Mensch einen nur scheinbaren Willen hat, denn alle Entscheidungen werden im Gehirn getroffen, bevor uns überhaupt etwas in dieser Richtung bewusst wird.
Das passt doch haargenau!

Das Gehirn „informiert“ uns sozusagen über das Ergebnis, welches es ohne unsere Mithilfe getroffen hat, also nachdem es alle Informationen aus allen Speichern in uns (Körperzellen und Gehirn, so schätze ich mal) ausgewertet hat!

Die Entscheidung ist gefallen, bevor wir sie wahrnehmen und als unsere Entscheidung bezeichnen.

DAS ist für mich eine Betrachtungsweise, die mir nachvollziehbar erscheint.



Wir leben in einer Welt von Ursache und Wirkung,
und das ist das Einzige, was (in diesem Sinne) vorher – bestimmt ist.

Also sind unsere Handlungen dadurch vorher – bestimmt, was wir aus unseren Erfahrungen für Schlüsse gezogen haben.
Und deswegen können wir uns auch irren, wenn wir Ereignisse falsch interpretiert haben;
aber - und das ist gut zu wissen - wir können auch genauso immer wieder Neues dazu lernen.


Also kein „totes, schon geschriebenes“ Leben...
… sondern nur ein Handeln aus dem Unbewussten heraus!

Aber das können wir verändern, indem wir achtsam und bewusst durch das Leben gehen und unsere Aufmerksamkeit immer weiter schärfen;
solange, bis wir erkennen können, wann wir unbewusst sind und wann wir spontan und authentisch handeln -
- und nicht mehr automatisch wie ein Apparat, gesteuert vom Unterbewusstsein, durch das Leben zu gehen.


Daran lohnt es sich zu arbeiten - um die Unbewusstheit aufzulösen.


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Bild von marcelcad: "Hirngespinste"

Mittwoch, 16. September 2009

Auf der Suche nach dem Selbst





„Es gibt nur ein Selbst.
Und in diesem Selbst wird alles erkannt und alles sichtbar.“


Dies ist eine Aussage von Andrew Cohen, dem Begründer der Zeitschrift WIE, (What is Enlighment), aus seinem Buch „Erleuchtet leben“.

Wenn ich das so lese und richtig verstehe, brauche ich also nichts mehr zu suchen,
weil schon alles da ist.
Bleibt nur die Frage, warum es sich mir nicht offenbart?
Oder ist es bereits offen - bar?

Oh…

Warum schließe ich eigentlich immer so vieles, was sich mir als Mensch offenbart, aus?

Wenn wirklich alles offen - bar ist, und all das das Selbst ist und es nichts anderes gibt, darf ich gar nichts ausschließen.

Der PC, vor dem ich sitze gehört genauso dazu, wie dieser „Teil in mir“ der sich gerade diese Frage gestellt hat.

Ich komme immer wieder zu dem Ergebnis, dass der menschliche Verstand der „einzige“ ist, der sich sträubt, die Wahrheit anzuerkennen. Mein Verstand ist es, der das eine einschließt in „mein“ oder besser gesagt, „sein“ Selbst und das andere für nicht würdig hält, zum Selbst zuzugehören, aus welchem Grund auch immer.

Gehe ich jetzt mal kurz gedanklich in der Evolution um eine paar Millionen Jahre zurück, finde ich den Menschenaffen, der irgendwo auf dem Boden sitz und anfängt zu denken…

Ja…so muss es doch gewesen sein!
Außer dem Menschen ist jedes andere Lebewesen in der Lage, sein Leben einfach zu leben – ohne Meditationsstunden, Yoga, Therapien, Retreats, Zivilisationskrankheiten, Depressionen, Selbstmordgedanken ect. Nur der Mensch quält sich mit so was rum.

Warum MUSS der Mensch sich denn so abgehoben betrachten,
ist denn nicht sogar wissenschaftlich bewiesen, dass irgend so ein Affe fast die gleichen Gene hat wie wir? Ist das denn so schlimm? Nein, eigentlich nicht.

Das Leben muss doch gar nicht sooo etwas Besonders sein.
Es sein denn, man erwartet Ekstasen, Zustände, Glückseligkeit, Erleuchtungen… gibt es das denn überhaupt, oder ist das alles nur ein „Produkt des Gehirns???? Ich kenne es nicht und ich weiss es nicht, ich habe nur ein paar erwachte Menschen getroffen und konnte keinerlei Unterschiede zu anderen Menschen feststellen.
Ich möchte mich selbst auch, ehrlich gesagt, nicht in irgendeinem, abgehobenen Zustand wiederfinden, der bei manchen Menschen offensichtlich ist, die sich als etwas "Besonderes" wähnen.

Ich fühle mich wohl ohne Dramen, Zustände und Ekstasen, ich möchte gelassen und ruhig durch mein Leben gehen, die Dinge genießen, die mir dargebracht werden und vielleicht ein bisschen schreiben.

Für mich, für Euch, für alle, die es mögen oder auch für „niemanden“.

So Gott will, so soll es sein.

Nein – so IST es bereits.

Denn in diesem, einen Selbst wird alles erkannt und alles gesehen.
Sagt Andrew.
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Bild von irene_zs: "Barbieworld2"

Donnerstag, 10. September 2009

Der Weg des Scheiterns





Ich bin schon versucht zu schreiben:
„in meinem früheren Leben“
hab ich das und das getan… :-))


Hört sich irgendwie „nicht ganz gesund“ an, würde ein Bekannter, der Psychotherapeut sagen.

Es ist schon unglaublich, wie ausgiebig ich früher die verschiedensten Wege beschritten habe, um mich in der Welt „wichtig“ und unverzichtbar fühlen zu können….!
Ich nenne es den Versuch der Selbstdarstellung. Mich selbst ziemlich aufgeblasen darstellen um etwas darzustellen…. ???
Wenn ich "um mich schaue", fällt mir eines immer wieder auf:

Da werden Fotos veröffentlicht von sich selbst und seinen Liebsten; Lieder, selbst komponiert, da gibt es Popstars, Superstars, Supermodels, Mr. dies, Miss das..., Fotos von Urlauben, meine Bücher, meine Hobbies, meine Filme, mein Haus, mein Hof , mein Auto…. ( war noch was anderes...?).
So begegnet es mir überall und ich nehme auch mich selbst da nicht aus (mein Blog…;-) …).
Aber was bezwecken wir damit?

„Ich“ (ich nenne dieses "Ich" hier mal "Alphabeta"),
also, Alphabeta möchte gesehen werden; und Alphabeta möchte herzeigen, was es hat;
Alphabeta möchte auch, das das, was es ist und was es hat, anerkannt wird,
Bewunderung vielleicht sogar dafür finden oder geliebt werden.
Alphabeta möchte „JEMAND“ sein!!! Und dafür tut es sehr viel.

Um Jemand zu sein, schuftet Alphabeta rund um die Uhr, um am Arbeitsplatz zu Rang und Namen zu gelangen. Oder Alphabeta gründet eine Familie um mehrere Kinder großzuziehen, denn dafür ist ein hundertprozentiger Einsatz notwenig und es liegt dann zum großen Teil an Mutter/Vater Alphabeta, dass „aus den Kindern auch etwas wird“.
Es kann auch sein, dass Alphabeta sich mehr zu Gott hingezogen fühlt und ganz in spiritueller Versunkenheit „sein“ Element findet, mit dem es sich identifiziert. Oder Alphabeta l(i)ebt „seine eigene Freiheit“ und lebt als freier Künstler, „Globetrotter“, Aussteiger, orientiert sich sexuell um, oder, oder, oder…
Also wird Alphabeta sich auf jeden Fall eine Aufgabe sprich Identifikation suchen, in den es den Sinn und Zweck des eigenen Hierseins auf der Erde hineinprojizieren kann.

Soweit – so gut.

Doch wenn Alphabeta je auf die Suche nach sich selbst gehen sollte, ohne die Identifizierung mit den äußeren Begebenheiten, wird der Griff nach einem Halt plötzlich in Leere gehen.

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Ich (die Autorin diese Blogs) habe keine der oben genannten Aufgaben „vollbracht“!

Ich bin gescheitert am Leben.

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Aber ich schwöre, ich habe nach all den genannten Dingen mit allen Kräften und unter großer Mühen und persönlichem Einsatz gesucht und gesucht und gesucht:

Das eine und andere probiert – das war manchmal wie Sche…e nach Geschmack sortiert;
das nächste besser gleich verworfen, dass Dritte verneint - dann irgendwann ist es genug, zurück bleibt Alleinheit.
Höherbildung versucht, nicht gemeistert.
Beruflicher Erfolg ausgeblieben, keine Belobigungen, keine Anerkennung.
Keine Liebe, keinen Ehemann, keine Kinder, kein Haus gebaut.
Keine Umorientierung, keine Heldentaten vollbracht, keine Freunde gewonnen.
Mutter und Vater verloren, drei tote Geschwister, Freund tot, der Lebensgefährte verstorben.

Keine menschliche Zuwendung. Keine Unterstützung.

Keine Ziele im Blick, die Hoffnung aufgegeben, das Träumen verlernt.
„Ich“ mittendrin irgendwo geblieben.



Das Morgen ist leer, das Gestern vorbei, Erinnerungen verblassen.



Die Illusionen sind gewichen.


Die Realität ist leer.
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Gescheitert.
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Und dennoch:

Was immer man mir stattdessen anbieten würde …
… ich wollte nicht „woanders hin“.

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Bild von Spiegel: "Straße nach Marakesch"