Mittwoch, 16. September 2009

Auf der Suche nach dem Selbst





„Es gibt nur ein Selbst.
Und in diesem Selbst wird alles erkannt und alles sichtbar.“


Dies ist eine Aussage von Andrew Cohen, dem Begründer der Zeitschrift WIE, (What is Enlighment), aus seinem Buch „Erleuchtet leben“.

Wenn ich das so lese und richtig verstehe, brauche ich also nichts mehr zu suchen,
weil schon alles da ist.
Bleibt nur die Frage, warum es sich mir nicht offenbart?
Oder ist es bereits offen - bar?

Oh…

Warum schließe ich eigentlich immer so vieles, was sich mir als Mensch offenbart, aus?

Wenn wirklich alles offen - bar ist, und all das das Selbst ist und es nichts anderes gibt, darf ich gar nichts ausschließen.

Der PC, vor dem ich sitze gehört genauso dazu, wie dieser „Teil in mir“ der sich gerade diese Frage gestellt hat.

Ich komme immer wieder zu dem Ergebnis, dass der menschliche Verstand der „einzige“ ist, der sich sträubt, die Wahrheit anzuerkennen. Mein Verstand ist es, der das eine einschließt in „mein“ oder besser gesagt, „sein“ Selbst und das andere für nicht würdig hält, zum Selbst zuzugehören, aus welchem Grund auch immer.

Gehe ich jetzt mal kurz gedanklich in der Evolution um eine paar Millionen Jahre zurück, finde ich den Menschenaffen, der irgendwo auf dem Boden sitz und anfängt zu denken…

Ja…so muss es doch gewesen sein!
Außer dem Menschen ist jedes andere Lebewesen in der Lage, sein Leben einfach zu leben – ohne Meditationsstunden, Yoga, Therapien, Retreats, Zivilisationskrankheiten, Depressionen, Selbstmordgedanken ect. Nur der Mensch quält sich mit so was rum.

Warum MUSS der Mensch sich denn so abgehoben betrachten,
ist denn nicht sogar wissenschaftlich bewiesen, dass irgend so ein Affe fast die gleichen Gene hat wie wir? Ist das denn so schlimm? Nein, eigentlich nicht.

Das Leben muss doch gar nicht sooo etwas Besonders sein.
Es sein denn, man erwartet Ekstasen, Zustände, Glückseligkeit, Erleuchtungen… gibt es das denn überhaupt, oder ist das alles nur ein „Produkt des Gehirns???? Ich kenne es nicht und ich weiss es nicht, ich habe nur ein paar erwachte Menschen getroffen und konnte keinerlei Unterschiede zu anderen Menschen feststellen.
Ich möchte mich selbst auch, ehrlich gesagt, nicht in irgendeinem, abgehobenen Zustand wiederfinden, der bei manchen Menschen offensichtlich ist, die sich als etwas "Besonderes" wähnen.

Ich fühle mich wohl ohne Dramen, Zustände und Ekstasen, ich möchte gelassen und ruhig durch mein Leben gehen, die Dinge genießen, die mir dargebracht werden und vielleicht ein bisschen schreiben.

Für mich, für Euch, für alle, die es mögen oder auch für „niemanden“.

So Gott will, so soll es sein.

Nein – so IST es bereits.

Denn in diesem, einen Selbst wird alles erkannt und alles gesehen.
Sagt Andrew.
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Bild von irene_zs: "Barbieworld2"

Kommentare:

  1. Grüß Dich She's

    > Wenn wirklich alles offen - bar ist, und all das das Selbst ist und es nichts anderes gibt, darf ich gar nichts ausschließen.

    Zwei Dinge – vielleicht ist es gesund, ausnahmslos alles im besten Wortsinn als gleich-gültig anzusehen. Es liegt schließlich gesetzmäßig in der materiellen Natur verborgen, dass sich jeder ihrer Aspekte frei entfalten darf und kann. Der menschliche Verstand ist in der Lage seine Umgebung als Hölle oder aber als Paradies zu erkennen, ganz nach freiem Willen bzw. Konditionierung. Eine Frage der Denkweise und der persönlichen Sicht auf die Dinge.

    Kein Mensch kann anders, als sich für das eine zu entscheiden und dabei das andere zwangsläufig auszuschließen. Wesentlich ist eigentlich nur, in welchem Bewusstsein er das tut.

    > Ich komme immer wieder zu dem Ergebnis, dass der menschliche Verstand der „einzige“ ist, der sich sträubt, die Wahrheit anzuerkennen.

    Deine Formulierung scheint diese Tatsache als Problem zu empfinden. (Ist das so?) Was Du beschreibst ist aber einfach nur logisch, da der in Maya verwurzelte Verstand nun einmal auf diese Art arbeitet. Maya ist die Illusion - Die Wahrheit ist die Wahrheit.

    > Außer dem Menschen ist jedes andere Lebewesen in der Lage, sein Leben einfach zu leben – ohne Meditationsstunden, Yoga, Therapien, Retreats, Zivilisationskrankheiten, Depressionen, Selbstmordgedanken etc. Nur der Mensch quält sich mit so was rum.

    Stell Dir vor, Du schaust Dir als übergeordneter, völlig neutraler Beobachter einfach das Miteinander der Menschen an, genauso wie Du Dir als Mensch das Miteinander der Tiere anschauen kannst. Stell Dir weiterhin vor, Du kannst diese von Dir oben aufgezählten Dinge (Meditationsstunden, Yoga, Therapien, Retreats, Zivilisationskrankheiten, Depressionen, Selbstmordgedanken etc.) nicht unbedingt zwingend als das erkennen, was sie für den Menschen tatsächlich sind. Du kannst bestenfalls versuchen zu erforschen, was da passiert, eben so, wie der Mensch das Tierleben erforscht. Na, was siehst Du? Macht es prinzipiell tatsächlich einen so großen Unterschied?

    > Warum MUSS der Mensch sich denn so abgehoben betrachten?

    Diese Frage kannst Du nur stellen, weil Du als Mensch unter Menschen lebst. Woher weißt Du, dass Tiere nicht denken können oder einfach nur eine andere Art geistiger Aktivität pflegen, welche dem menschlichen Denken sogar überlegen könnte?

    Liebe ist Leben

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  2. Hallo Hermin9,
    das Beispiel als übergeordneter Beobachter ist wirklich passend. Danke dafür. Und nein, ich habe kein Problem mit meinem "Verstand" der die Dinge einordnet, sondern beginne zu erkennen, dass der Verstand eben genau dies tut...
    Lieben Gruß,
    She's

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