Dienstag, 4. Januar 2011

Sei Du selbst


Befreiung von Illusionen

Die Dinge, die uns daran hindern, vollkommen glücklich und zufrieden zu sein, können auch metaphorisch als Steine im Flussbett unseres Lebens betrachtet werden. Dort, wo die Steine im Fluß liegen, verwirbelt sich das Wasser – sinnbildlich betrachtet treten dort „Störungen“ in unserem Lebensfluss auf. Dies geschieht mal mehr und mal weniger. Sind die Steine nur klein, werden sie vom Wasser einfach mitgespült. So schleifen sich mit der Zeit ihre Ecken und Kanten ab, wenn sie mit anderen Steinen zusammenstoßen. Genauso ergeht es uns mit unseren persönliche Ecken und Kanten: Im Laufe unseres Lebens werden wir „umgänglicher“.


Es kann aber auch sein, dass es dort größere Steine gibt oder Ansammlungen von Steinen, die recht starke Barrieren in unserem Lebensfluß bilden. Diese sind oft von beständiger Natur, bleiben ein Leben lang (wenn auch leicht abgerundet) erhalten und sorgen so für ständige Verwirbelungen oder Störungen im Fluß. So manch Einer möchte gerne diese Störungen abbauen.
Für diese Menschen schreibe ich.

ÜBER unserem Frieden liegt das Denken, das Fühlen und das Handeln, und mancher mag sich wohl fragen, was das bedeutet. Es bedeutet, dass wir den Frieden, das Glück und die Freude solange nicht wahrnehmen können, wie wir unserem eigenen Denken und Fühlen unbewusst Macht über unser Leben geben und uns davon beherrschen und manipulieren lassen. Dass wir dies alles ungewollt selber tun, erscheint unglaublich, dennoch ist es so.

Um aber damit aufhören zu können, müssen wir erst verstehen, wie dieser Mechanismus funktioniert.
Es bedarf keiner allzu großen Aufmerksamkeit um feststellen zu können, dass wir mit unseren Gedanken Emotionen hervorrufen können: „Denken“ wir nur an irgendein unschönes Erlebnis vor kurzer Zeit, z. B. eine Zahnbehandlung oder einen Streit mit einer anderen Person. Sobald wir uns eine negative Szene vor Augen führen oder uns etwas „Schlechtes“ vorstellen, kommen auch negative Gefühle hoch. Welch Glück für uns, dass das auch mit positiven Ereignissen und daraus resultierenden guten Gefühlen funktioniert... :-)

Wenn wir dieses „Phänomen intensiver betrachten, müssen wir zugeben, dass wir ohne mühelos in der Lage sind, durch Gedanken Emotionen hervorzurufen.
Nur - sind diese Gefühle, welche wir durch Denken hervorriefen, denn echt?
Nun, sie sind zwar keine Illusion, weil wir sie wahrhaft fühlen, aber was bedeutet es denn, wenn diese Emotionen in uns wiederum Handlungen hervorrufen?
Das Illusionäre, das Unechte entsteht genau hier, wenn unser Emotionen und Handlungen auf vorhergehende Gedanken basieren und keine spontanen Äußerungen auf tatsächliche, zeitnahe Ereignisse darstellen…!

Die Authentizität eines Menschen ist sehr deutlich zu spüren und unverwechselbar. Dafür braucht man nicht „erleuchtet“ zu sein (obwohl sich ein authentisch lebender Mensch wohl am ehesten in diese Richtung zu bewegen vermag).

Unsere Gewohnheiten, z.B. immer auf unsere Gedanken zu hören, sind allesamt von Gehirn gesteuert und nicht so leicht abzulegen. Und nur die tägliche „Übung“ – ich nenne es eher Aufmerksamkeit, ist ein Garant dafür, aus diesem "Laufrad" der Unbewusstheit aussteigen zu können. Dafür sind alle Tätigkeiten, die den Geist focussieren, geeignet, da sie eine Konzentrierung der Aufmerksamkeit hervorrufen. Ich nenne dies gerne "Laserstrahl"... :-)
Meditationen jeglicher Couleur fördern nichts anderes als die Innere Sammlung unseres Geistes. Dies ist auch bitter nötig, denn unser Denkapparat wird nicht ohne triftigen Grund als wildgewordener Affe bezeichnet. Je lauter z. B. ein Mensch ist, umso mehr versucht er, seinen inneren (Gedanken)- Lärm zu übertönen. Ein Mensch, der in Frieden lebt, strahlt dieses auch aus und in seiner Nähe fühlen sich andere Menschen wohl, oft ohne zu wissen, warum.

Wer ein zufriedenes Dasein nicht nur aus Bequemlichkeit anstrebt, sondern um „sich selber“ nahe zu sein und sein ureigenes Potential voll zu entwickeln wünscht, wird keine Mühe scheuen, sich selbst in jeder Lebenslage "zuzuhören" und zu beobachten, um so den unbewussten Gewohnheiten auf die Spur zu kommen. Er wird, Steinchen für Steinchen, Brocken für Brocken, Barriere für Barriere, sein Flussbett säubern und in Zukunft von neuer Verschmutzung freihalten. Er wird es vorziehen, anderen als „er selbst“ zu begegnen und er wird niemals eine vorgestellte Version seiner selbst sein!


Das wahre Leben ist zu schön, zu vielfältig und zu bunt, um sich auch nur eine Sekunde länger als unbedingt nötig in seinem „Denkapparat“ aufzuhalten.
Wahre Lebens-Energie zeigt sich erfrischend spontan und lebendig.
So etwas kann man nicht "erdenken".

Sei einfach Du selbst.

Kommentare:

  1. Du Liebe,

    sind wir wieder zusammen, freufreufreu...

    Erst einmal alles nur erdenklich Liebe und Gute in das 2011 für dich!!!

    Eine schöne Metapher hast du hier geschaffen, ja, gefällt mir sehr...

    herzlichst, Rachel

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  2. Liebe Annie,

    es gibt ja keine Zufälle. Genau über dieses Thema tausche ich mich gerade mit einem Freund aus. Ich stimme Dir zu, Dein Bild gefällt mir besonders gut.

    Manche Menschen glauben, es gebe nichts zu reinigen, weil ja eh alles nur Illusion sei - die machen es sich zu einfach. Der Fluß fließt sowieso, wie er will - und trotzdem lohnt es, die Ego-Brocken im Flußbett zu polieren, zu reinigen und vielleicht auch mal ganz aufzulösen.

    "Das Illusionäre, das Unechte entsteht genau hier, wenn unser Emotionen und Handlungen auf vorhergehende Gedanken basieren und keine spontanen Äußerungen auf tatsächliche, zeitnahe Ereignisse darstellen…!"

    Ich habe da bei meinem Job immer wieder die Schwierigkeit zu erkennen, ob dieser Beruf für mich grundlegend falsch ist, nicht meiner inneren Wahrheit entspricht, oder ob ich nur mit trüben Gedankenspielen das Eingehen auf den konkreten Moment verhindere.

    Im konkreten Moment kann ich manchmal sehr glücklich am Arbeitsplatz sein und sehr konstruktiv arbeiten. Aber wenn ich mir dann bewußt mache, daß ich in einer Branche arbeite, deren Produkte ich ablehne, fühle ich mich immer schlecht.

    Die Frage ist, überspitzt formuliert: kann ein KZ-Mitarbeiter glücklich sein, wenn er seinen Job gut erledigt?

    Damit gebe ich mir die Antwort selbst, das merke ich gerade. Sofern es eine andere Arbeitsmöglichkeit gibt, sollte man nicht einem Arbeitgeber dienen, dessen Produkte man ablehnt. Das "System" von innen zu ändern, klappt auch nicht, habe ich wiederholt versucht.

    Tja, ich kann wohl nicht im kleinen etwas richtig machen, wenn es im großen falsch ist.

    Aber aktuell habe ich mich ja erstmal auf eine Fortbildung festgelegt, dann sehe ich weiter.

    Danke für den Denkanstoß
    und liebe Grüße,
    Louise

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