Mittwoch, 19. Mai 2010

Matroschka


Ich bin müde geworden und überdrüssig der "Suche nach dem Leben".


Vieles kommt mir hohl und leer vor und hat den Anschein dieser russischen Puppe (Matroschka), in der, wenn man sie öffnet, immer nur die gleiche hohle Puppe steckt, nur jedes Mal etwas kleiner – bis zuletzt nur noch die Leere übrig bleibt. Oftmals entpuppt sich eine Entdeckung als innen leer,
wenn ich unter die Oberfläche schaue.

Doch dabei weiss ich in meinem Inneren von einer Welt, einem ganzen Universum,welches gefüllt ist mit Bildern, Gefühlen, Gedanken und Vorstellungen. Ein Reichtum, eine Fülle von grenzenlosem Leben.
Lebendig durch das Wachstum, dem Geist, der Seele und den Empfindungen,
bei denen es keinen Anfang und kein Ende gibt.

Dort herrscht ein Vorhandensein von allem, was ich jemals wahrnehmen kann
und ein Versprechen von dem, was ich noch gar nicht kenne.
Es scheint wie ein Wunder, dass all dieses genügend Platz in mir findet,
soviel Raum, um mein gesamtes Dasein in mir zu beherbergen.
Doch wie kann ich, ein Mensch, die ganze Welt in mir tragen,
in der ich selbst zuhause bin?


Dennoch ist es so.

Umso unvorstellbarer erscheint mir deswegen,
dass diese Welt NICHT in JEDEM Menschen vorhanden sein soll,
– denn das ist sie - wahr und wahrhaftig.

Jeder Mensch ist im Inneren gleich!
Vielleicht ist der eine Mensch größer von der Statur oder auch kleiner,
vielleicht ist er älter, jünger, schwerer, leichter,
vielleicht ist er männlich vom Geschlecht und von anderer Herkunft,
– aber im Inneren, in der Herkunft seiner Seele,
der Existenz vor Gott - doch GLEICH MIR.
Wie kann ich, angefüllt mit Wundern, mit Herrlichkeit,
durchwoben mit allen Möglichkeiten des Seins,
erfüllt mit allen Empfindungen, dessen ein Mensch nur fähig ist,
… wie kann ich da denken – jemand wäre nicht wie ich?

Dieser Reichtum im Inneren, gleicht einem Königreich.
Und dieses Reich trägt jeder Mensch auf dem Grund seines DASEINS,
– wie kann er dessen NICHT gewahr sein?



"Ich tanze auf Dich zu und lache – doch Du erklärst mich für verrückt;

Ich glaube an Gott und Jesus Christus – doch Du nennst meinen Glauben lächerlich;

Ich liebe Dich von ganzen Herzen – Doch Du fragst mich, was ich von Dir wolle;

Ich schreibe Gedichte und widme sie Dir – doch Du nennst sie skeptisch: „ganz nett…“;

Ich erzähle Dir von meinen spirituellen Gedanken – doch Du empfiehlst mir einen Psychotherapeuten;

Ich frage Dich nach Deinen inneren Werten und Deiner Authentizität,
– doch Du wendest Dich ab von mir und lässt mich stehen,
wie jemanden, der Dich zutiefst beleidigt hat. "

Du, Mensch, der Du die ganze Welt in Dir trägst,
– schaue dorthin, wovon Du Dich vor Urzeiten abgewendet hast.



Mögen unsere Augen geöffnet werden für die Schönheit der Welt,
die Du in Dir trägst.

Mögen unsere Ohren lauschen dem lieblichen Klang der Stimme Gottes,
der in uns wohnt, und durch den wir sind.

Mögen unsere Hände berühren die Sanftmut unseres Daseins,
die durch uns wirken kann,
wenn wir uns öffnen und mit den Handflächen nach oben weisen.

Möge unser Geist weit werden für die Herrlichkeit unseres inneren Soseins,
welches sich vermischt mit unserem Gemüt und Eins wird mit der Welt.

Möge unsere Seele genesen von der Verwirrtheit des irdischen Daseins, damit unsere Augen wieder erstrahlen in Liebe und Güte und unsere Großzügigkeit widerspiegeln.

Mögen wir unsere Herzen wieder entdecken, unsere Körper gestrafft werden, unsere Worte mit Wahrheit erfüllt und unser Dasein mit Authentizität, Natürlichkeit und Echtheit belebt werden,durchdrungen, gestärkt und erfüllt von Reichtum unserer inneren Königreiche…

…so werden wir entdecken und verstehen, dass die Welt,
das ganze Universum und alle Existenz in uns ist… UNSER IST.



Kommentare:

  1. Du Liebe,

    deine Worte hallen in mir nach, ganz sicher lange noch....

    herzliche Grüße, Rachel

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  2. Liebe Annie,

    danke, ein schöner Text.

    Aber höre ich da bei Dir auch so einen Widerspruch zwischen hohl empfundener Außenwelt und reicher Innenwelt heraus? (so empfinde ich es derzeit auch sehr stark) Eigentlich kann das ja nicht sein, wenn das Außen immer das Innen spiegelt und umgekehrt...

    Vielleicht ist das Unverständnis der Außenwelt eine Folge von negativem Karma oder auch eine Prüfung/Einladung, wieder zu sich selbst zu finden?

    Liebe Grüße,
    Louise

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