Montag, 19. April 2010

Folge den Spuren





In meiner Jugend war ich nicht in der Lage, die Bibel zu „verstehen“. Als junger Mensch fehlen einem dafür einfach alle Erfahrungswerte, die man im Laufe des Lebens sammelt. Allein in einer sehr christlichen Familie und Gemeinde scheint es möglich zu sein, frühzeitig die göttliche Wahrheit in Form von Weisheit über andere Menschen vermittelt zu bekommen.

Wer nun aber denkt, der christliche Glaube unterscheide sich wesentlich von anderen Religionen oder einer spirituellen Herangehensweise an das Verständnis- „über Gott“, die „Existenz“, das „All-Eins“, „göttliche Energie“ oder der Erleuchtung-, der irrt sich gewaltig. Denn erst in der tiefen Erkenntnis über das, was IST, offenbart sich die Einheit von Allem, völlig unabhängig des Glaubens oder einer Religion. Die Religionen, die sich auf unterschiedlichste Weise entwickelt haben, haben sich entwickelt, genauso, wie die unterschiedlichen Kulturen aller Herren Länder sich chronologisch entwickelt haben.

Wie könnte man zum Beispiel einem jungen Menschen GOTT erklären?

Voraussetzung dafür ist erst einmal, dass man selber ein Verständnis für Gott entwickelt hat.
Aber noch wichtiger ist doch die Hilfestellung und die Wegweisung, die man einem jungen Menschen vermittelt. Das sollte im Besten Fall eine Unterstützung sein, anhand der der Heranwachsende selbst auf die Suche gehen kann und vordem den Wunsch entwickelt , zur Erkenntnis des Göttlichen zu gelangen, und nicht auf Abwege zu geraten.

Um „Gott“ zu verstehen, oder zu verstehen, wer oder was „Gott ist“, kann ein Mensch zunächst damit beginnen, die alten religiösen Mythen und Überlieferungen zu hinterfragen, solange er die tatsächlichen Aussagen dahinter noch nicht versteht.
Wer das, was geschrieben steht, auf Richtigkeit und Inhalt untersucht, wird früher oder später feststellen, dass viele Erzählungen einfach nur Gleichnisse sind, die es zu enträtseln gilt, gleich einem Koan.

*Das Leben, das wir hier auf der Erde „verbringen“, ist unser Weg zu Gott*

Kaum ein Mensch kann in jungen Jahren verstehen, wo oder wie dieser Weg zu Gott zu finden ist, denn dieser Weg ist scheinbar weder in der Kirche, noch in der Schule, noch in der Familie bekannt, oder kann einfach nicht glaubhaft und verständlich vermittelt werden.

Das Wissen um den spirituellen Weg ist eine Folge unserer Erlebnisse und den richtigen Schlussfolgerungen daraus.
WENN wir den Wunsch haben, den Weg zu entdecken.
Aber zu Anfang ist oftmals weder das Wissen da, noch ist der Wunsch nach der Erkundung dieses Weges in uns angelegt.

*Der Weg zu Gott befindet sich in unserem Inneren*

Auf Anhieb kann diese Aussage nur von wenigen Menschen nachvollzogen werden, dennoch
ist diese Aussage einer der wichtigsten Hinweise auf den richtigen „Ansatz“ auf dem Weg zum Verständnis.

*Die Gleichnisse in den religiösen Schriften zu enträtseln ist eine hilfreiche Aufgabe*

Wenn der Wunsch besteht, die religiösen Schriften zu verstehen, ist dies eine Möglichkeit, die das rgebnis beinhaltet, dass man letztendlich alle Schriften versteht.
Denn in jeder steht das „Gleiche“, nur geschrieben mit anderen Worten.

* Das Verständnis vom Soseins des Lebens ist nur mit Hilfe des Glaubens zu erlangen*

Wer nicht an “Gott“, „Brahman“, ein „höheres Wesen“, „das All- Eins“, oder wie man sonst noch sagen mag, glaubt, sondern sich ausschließlich mit Hilfe des Intellekts und der menschlichen Logik an die wesentlichen Fragen des Lebens herangeht, wird kaum eine befriedigende Antwort erhalten.

*Der Gott-Verständnis- suchende Mensch muss sich für seine inneren geistigen (nicht gedanklichen!) Vorgänge sensibilisieren*

Diese Aufforderung ist das Herzstück auf dem Wege zu sich selbst und der Erkenntnis des „Höheren“ in sich selbst. Ein Hürde für viele am Anfang, die aber überwunden werden muss, soll sich hier später wahrhaft Erfolg zeigen.

*Alles, was das Leben Dir darbringt, ist spiritueller Natur und erscheint zur richtigen Zeit in den richtigen Situationen*

Wer da glaubt, Spiritualität sein nur dann wirksam, wenn man sich zur vorgegeben Zeit zur Meditation oder andere spirituellen Praktiken „hinsetzt“, verirrt sich in der Welt der Esoterik. Spiritualität ist immer. Alles baut aufeinander auf, nichts darf vernachlässigt werden. Wahre Achtsamkeit zu jeder Zeit auf Deine inneren Vorgänge gelenkt, ist DER Königsweg für Deine Entwicklung und die wichtigste und einzige Disziplin, die es auszuüben gilt.

*Schaue nicht auf das Tun anderer, sondern schaue auf das, was es in dir auslöst*

Das Ursache/Wirkung – Prinzip bringt Dich immer wieder zu Dir selbst zurück. Wenn du an diesem Punkt angelangt bist, und immer nur Dich selbst wiederfindest in der Interaktion mit anderen, hast Du bereits ein gutes Stück Deines Weges zurückgelegt und bist „innerlich gewachsen“. Du wirst daraus lernen, das Sinnvolle in deinem Leben vom Sinnlosen Zeitvertreib zu unterscheiden.

*Verschwende Deine Zeit nicht mit Müßiggang*

Es gibt Zeiten der harten Arbeit und Zeiten der Ruhe, die aber nicht für „unspirituell“ gehalten werden sollten. Solange es noch ungewohnt ist, die Konzentration ständig auf sich selbst gerichtet zu halten, werden immer wieder Zeiten auftauchen, an den man sozusagen wieder an die „Oberfläche kommen muss. So wie ein Taucher ohne Gerät nach nach einer gewissen Zeit unter Wasser wieder auftauchen muss, um nach Luft zu schnappen.
Je weiter aber die „persönliche Entwicklung“ voranschreitet, umso länger wirst Du nach und nach in der Tiefe Deiner selbst bleiben können, bis dies irgendwann ganz automatisch geschieht.

*Wenn du erkennen kannst, was wirklich in einem Moment geschieht, kannst Du hinter die Masken der Dualität schauen*

Vielleicht kannst Du bei den ersten Momenten der klaren Sicht einfach nur erkennen, wie ein anderer Mensch sich selber etwas vormacht – und Du durchschaust das Spiel der Illusionen, ohne dass Deine Gegenüber es selber wahrnimmt. Dieses „Sehen ist das erste Licht, das durch den Vorhang des Schleiers von „Maya“ fällt.

Das Erkennen dessen, was ist, beginnt im Kleinen und erscheint zuerst vielleicht banal.
Mit größer werdendem Verständnis werden auch die Erkenntnisse und klalen Sichten häufiger, größer und umfassender.
Wohl dem, der nicht mehr versucht, aus dem Ego (-ismus) heraus zu leben, denn der wird wohl oder über enttäuscht werden.

*Das Leben als solches ist ein Wunder, unerklärbar. Es ist einfach göttliches Sein*

Die materielle Welt bleibt, wie sie ist. Erkenntnis bedeutet nicht, außerhalb dieser Welt zu stehen und sich von nichts mehr berühren zu lassen.
Der Mittelpunkt verschiebt sich von Außen nach Innen. Denn der Mittelpunkt Deines Seins hat sich in Deinem Inneren offenbart – als ewig und unzerstörbar. Es ist kein Ort, auf den Du zeigen könntest, keine Empfindung, die Du beschreiben könntest und keine Emotion, nichts körperliches.

Es ist einfach ein „göttliches Wissen“, ein Wissen „UM“.
Das es Gott „gibt“, kann kein Mensch beweisen durch nachvollziehbaren Meßmethoden.
„Um“ Gott zu wissen, ist ein Art „Verdienst“, den man sich in langen Jahren erworben hat, meist auf einem harten, steinigen, beschwerlichen Weg, mit oder ohne Hilfe religiöser Schriften oder Unterstützung sogenannter Meister.

Aber du kannst einen Menschen,
der das Wissen „um Gott“ in sich trägt, erkennen.
Du wirst bemerken, dass Du dich in der Tiefe seiner Augen verlierst,
wenn Du Dich selbst darin wiedererkennst.

Weil Du dort Gott triffst.
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Bild von Sir John:
"Spuren im Schnee"

Kommentare:

  1. ..weil du Gott dort triffst...das ist sowas von wahr, liebe Annie..würde ich in deine Augen blicken, ich würde ihn sehen, und du in meinen...

    Ja, es bedarf schon einige Zeit, junge Menschen dorthin zu führen...

    Ich bin im Glauben aufgewachsen, habe immer geglaubt und schon Wunder erfahren...
    In diesem Jahr lese ich zum 7. Mal die Bibel und immer wieder entdecke ich Neues...

    herzlichst, Rachel

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  2. Das Leben ist wahrlich eine Entdeckungsreise!

    ...und manchmal entdeckt man auf seinem
    Weg ganz wunderbare Menschen,
    so wie Dich, liebe Rachel.

    Herzlichen Dank,
    Annie

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