Dienstag, 29. Januar 2013

Der Menschenverstand - Update 1.1





Es gibt kein Entkommen aus dem Leben, kein Entrinnen von den Erfahrungen. Wenn ich jemals dachte, ich hätte irgend etwas erreicht, kann ich heute nur sagen, dass ich gar nichts habe.

Ich verliere die Ziele; verliere die Hoffnung auf Dinge, an die ich geglaubt habe. Ich verliere meine Anhaftung an Ansichten, die mir viele Jahre unendlich wichtig waren. Wovon ich dachte, dass es gut für mich ist, stellt sich nun als Irrglaube heraus. Um Ziele zu erreichen oder Bedürfnisse zu befriedigen, müssen gesellschaftliche Bedingungen erfüllt werden. Doch ich möchte lieber ich selbst sein - frei, unabhängig und selbstbestimmt. Freiheit - das ist das einzige Ziel, was mir Antrieb aus meinem Inneren gibt.

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Hier einige Beispiele meiner Irrtümer aus der Vergangenheit:

Irrglaube Nr. 1

Ich brauche Glück und Wohlstand.

So lange habe ich geglaubt, dass es irgend etwas außerhalb von mir gibt, was mich glücklich macht. Doch wirkliche Zufriedenheit erfahre ich erst, wenn ich mit mir selbst in Frieden bin. Die Dinge, die ich in meiner Außenwelt für mich erschaffe, sind Dinge, die mein Inneres nicht benötigt. Sie sind materieller Natur und die materielle Welt gibt nur zeitweilig ein gutes Gefühl – bis ein neuer Wunsch auftaucht. Die Konsumwelt im Außen lockt und verführt - doch wen macht sie wirklich dauerhaft glücklich?

Alles, was von außen an mich herantritt, kann mich emotional beeinflussen und mein Inneres bewegen. Doch kann ich mich entscheiden, es zuzulassen oder auch nicht. Je nachdem, wie ich selber möchte.



Irrglaube Nr. 2

Ich brauche einen Menschen, der mich liebt.

Wenn ich mit mir in Frieden bin, brauche ich keine Liebe von außerhalb. Damit bin ich mir darüber im Klaren, dass ich nicht abhängig davon bin, Liebe von außerhalb zu bekommen. Partnerschaften und Freunde sind gut für ein soziales Miteinander, aber die wahre, ewig währende Liebe erwarte ich nicht von irgend einem Menschen; viele fühlen sich mit solchen Liebesansprüchen auch völlig zu recht überfordert.



Irrglaube Nr. 3

Ich brauche Anerkennung.

Solange ich Anerkennung von Anderen brauche, um mich wohl zu fühlen, bin ich nicht wirklich mit mir selbst im Reinen. Im Grunde benötige ich Niemanden, der mich bestätigt, ich bin von ganz alleine in Ordnung. Mache ich aber mein Wohlbefinden vom Urteil Anderer abhängig, stecke ich in einer Falle, denn was geschieht mit mir, wenn "die Anderen" mich einmal nicht in Ordnung finden? Kein so guter Gedanke...Auch hier gilt es zu erkennen, dass ich einfach okay bin, so wie ich bin. Das muss niemand bestätigen; meine Geburt ist Grund genug dafür, dass ich erwünscht war und bin.

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Diese Liste ist noch beliebig erweiterbar.

Meine Lebenserfahrungen zeigen mir, dass mir meine Unabhängigkeit immer am Wichtigsten war und ist. Mein Leben ist der Spiritualität und meiner persönlichen Weiterentwicklung gewidmet. So ist es seit vielen Jahren und auch heute. Enden wird dies erst, wenn ich im Inneren so weit bin, dass ich auch das loslassen kann – zielgerichtetes Tun einfach verschwindet.

Es dauert lange, bis man begreift, wie sehr wir alle unseren Anhaftungen erliegen und wie schwierig es ist, etwas dagegen zu tun. Unsere Denkmuster sind so stark und so tief in unser Gehirn eingraviert, dass wir es gar nicht mehr merken. Wir benutzen immer wieder unseren eigenen eingefahrenen Schienen und sind nur selten in der Lage, auch nur eine einzige Weiche umzustellen. Es erfordert sehr viel Aufmerksamkeit und Konzentration, diesem Automatismus auf die Spur zu kommen. Oft sind erst mehrere schmerzhafte Erfahrungen notwendig, bis wir begreifen, dass wir wie Marionetten handeln. Uns ist nicht wirklich klar, dass unser Gehirn ohne uns entscheidet, wie wir reagieren werden. Wir werden oft erst zu spät gewahr, was passiert ist. Denn wem ist es noch nie passiert, dass man einfach nur reagierte und drauflos handelte/redete/Porzellan zerschlug und erst hinterher dachte: "Ohje - das wollte ich jetzt gar nicht...! Diesen Automatismus unseres Verstandes kann man so einfach nicht verstehen, und akzeptieren wollen wir es schon gar nicht. Wir wollen einfach nur weiter daran glauben, dass WIR Herr der Lage sind, der Entscheider …

Das Gehirn bezieht seine Informationen zu 100% aus unseren vergangenen Erfahrungen, rechnet die aktuelle Situation dazu und präsentiert dann ein Ergebnis, welches aus alten „Denkmustern“ zusammengesetzt ist. Ergebnis: Auch unsere Handlungen erfolgen oft nach längst überholten Glaubensmustern. Es fällt es uns schwer, dies zu verändern, weil uns das meist gar nicht bewusst ist. Wir sind eben überzeugt davon, richtig zu liegen, recht zu haben - und wir leben nach unseren Überzeugungen. - wie sonst sollten wir noch handlungsfähig bleiben, wenn wir dauernd unsere eigenen Entscheidungen in Frage stellen würden? Unserem eigenen Urteil NICHT zu folgen, ist uns kaum möglich. 
Andere, positive, neue Erfahrungen zu machen, kann uns dabei helfen, umzudenken. Am meisten hilft uns aber unsere Aufmerksamkeit für das, was um uns herum geschieht. Wir müssen irgendwann erkennen, dass unsere Umwelt nur ein Spiegel für unsere eigenen Handlungen darstellt. Und weil genau dies zu erkennen länger dauern kann, benötigen wir jede Menge Geduld mit uns selbst. Wenn sich dann mit der Zeit ein neues Denkmuster in uns gefestigt hat, werden wir manchmal verblüfft sein, warum wir überhaupt so lange etwas anderes geglaubt haben. Die Wahrheit ist oft überraschend, und oft überraschend einfach.





Ein Lese-Tip habe ich noch für Diejenigen, die sich für die Funktion des Gehirns interessieren: Auf „ARTE“ gab es eine sehr informative Sendung zur Plastizität unseres Gehirns. Von einem der Darsteller in der Reportage gibt es ein Buch. Es ist von Norman Doidge (Psychiater und Psychoanalytiker):“ Neustart im Kopf: Wie sich unser Gehirn selbst repariert“.


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Bild aus: www.haushoch.net/Philosophie

Freitag, 11. Januar 2013

Spuren Im Schnee





Wenn ich alleine sein möchte, finde ich einen Ort, an dem ich mich wohlfühle. An diesem Ort muss ich mich nicht verstellen oder funktionieren, muss keine Erwartungen und Pflichten erfüllen.


Ich liebe die Stille. Ich habe dann das Gefühl, in mir zu ruhen, bei mir selbst zu sein. Alleinsein und Ruhe bringt mir Frieden und Bescheidenheit, Demut und Verständnis, aber auch Kreativität und vor allem die Zeit, das alles wahrzunehmen. Auch die Muße, einfach einmal gar nichts zu tun, erfüllt mich, erfüllt mich mit dem bloßen Dasein, und das fühlt sich einfach wunderbar an.

In die Natur zu gehen, den Vögeln in den Bäumen oder in der Luft zuzusehen, den Hasen beim "über das Feld hoppeln" zuschauen oder dem kleinen Rudel Rehe hinterher zu blicken, das sind für mich friedvolle Momente. Weit ab vom Trubel und der Hektik des Alltags finde ich etwas völlig Einfaches, was mir sehr gut tut.

Auf meinem Weg zum Deich laufe ich über den frischgefallenen Schnee. Er ist am schönsten, wo er noch unberührt ist. auch, weil ich meine Spuren dort hinterlasse. Das Knirschen bei jedem Schritt hat mir als Kind schon immer so gut gefallen, und je tiefer der Schnee, desto besser klingt es. Oben auf dem Deich angekommen, genieße ich den Ausblick über die weiten Wiesen und den dahinter liegenden Fluß. Noch ist nichts vereist, aber der Winter ist ja auch nun gerade bei uns angekommen. Doch ich finde es hier bei jedem Wetter schön, auch wenn der Boden bei Regen recht rutschig ist. Aber die Schönheit dieses Ortes ist nicht vom Wetter abhängig, denn für mich ist die Einsamkeit und die Ruhe entscheidend. Die Ruhe, in der ich zu mir selber kommen kann, frei und ungestört. Nur wenige Flecken in der Gegend, wo ich lebe, sind noch naturbelassen, und auch hier gibt es schmale Straßen und Wege. Aber im Winter sind nur wenige Menschen hier unterwegs, die die Ruhe in der Natur erleben wollen und vielleicht ein wenig bei sich selbst ankommen möchten.

Ich laufe oben auf dem Deich weiter, er ist hier gut begehbar. Die Autobahn höre ich nur nur leise in der Ferne rauschen und bis zur nächsten befahrenen Straße ist es zu weit, um Weg zu Fuß zurück zu legen. Auf einigen Wiesen wurden Ausgrabungen unternommen, um den Fluß einmal schmal hindurchzuführen...Re- Naturierung wird dies genannt. Dadurch, dass ein paar flache Teiche angelegt wurden, haben sich im Sommer hier viele Vögel angesiedelt. Im Moment sieht man davon natürlich nicht mehr viele, weil es sehr kalt ist. Umso interessanter sind die Spuren von Pfoten oder kleinen Krallen im Schnee. So wird die Natur im Winter zu einer geheimnisvollen und entdeckungsreichen Jahreszeit.

Ich komme immer wieder gerne hierher und entdecke zu jeder Jahreszeit etwas, was mich erfreut. Manchmal vergisst man ganz, wie schön die einfachen Dinge im Leben sein können. Man muss aber nur einfach mal alles Andere beiseite lassen und sich fragen, woher wir eigentlich kommen und wohin wir gehen werden, wenn die Zeit gekommen ist. In der alltäglichen Mühsal, sich um den Job, die Kinder, den Partner oder das Erreichen von Zielen und Gewinnen zu bemühen, vergessen wir oft das Wichtigste: Uns selber.

Meine Mutter möchte ich hier gerne einmal zitieren. Ich liebe ihre Sprüche sehr, weil sie so viel  Weisheit beinhalten: Einer davon lautet: „Kind, achte darauf, was Dir im Leben wichtig ist. Dein letztes Hemd hat keine Taschen.“


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Bild von klapeg: "Die Neugierigen"

Freitag, 21. September 2012

Das Leben als Solches







Wohin soll ich mich begeben,
wenn ich doch überall auf mich nur treffe?
Diese vielen Begleiter auf meinen Wegen
sind alles Seelen, die ich seit Unendlichkeiten kenne.

Das Leben, in das ich immer tiefer falle
besteht aus unglaublich bunten, facettierten Teilen.
Wenn ich spüre, dass ich nur noch aus Liebe bestehe,
bekomme ich Angst, mich noch tiefer zu verlieren,
eben in diese Unendlichkeit.

Ich spüre, dass sich nichts halten kann an mir
und lerne loszulassen, was ich festhalten möchte.
Meine Zuneigung weicht dem „Alles darf sein, wie es ist“,
und ich bin in all dem, was ist, zu Hause

Das Leben ist einfach und gestaltet sich von allein;
die Verwirrung und Kompliziertheit darf ebenso entweichen
wie das Denken und Grübeln, das von mir abrutscht
wie ein Stück Seife vom Badewannenrand.
Es wird heller, selbst in dunklen Zeiten;
und das Dunkle hat seinen Schrecken verloren.

Es gibt kein Wollen und kein Wünschen mehr,
weil die Vorstellungen von dem, was sein sollte,
dem Hier und Jetzt nicht mehr „vor-gestellt“ wird.
Die Hoffnung besteht aus dem Leben als Solches
und die Träume sind die Phantasien
in der ich meine Seele schweben lassen kann.
Wenn ich denn will.

Der Wille geschieht, wenn ich geschehen lasse, was sein will.
Und was sein will, ist eigentlich schon da.
Für mich ist das das Leben schlechthin– einfach als Solches.



....................................................................................................................................................................... Bild von: D. Sharon Pruitt, Girls in Halloween Costumes 

Dienstag, 5. Juni 2012

Präsenz und Klarheit




Wenn nichts mehr getan wird,
kann endlich das geschehen, was nicht getan werden kann…


Kennst Du so etwas?
Nach Jahren nimmst Du irgendwann ein Buch wieder zu Hand, beginnst zu lesen und bemerkst, dass Du endlich verstehst, was darin geschrieben steht?

Natürlich kann man ganz einfach sagen: „Ja, ich habe dazu gelernt, deswegen versteh ich das jetzt…“. Aber was ist, wenn Du Dich in der Zwischenzeit gar nicht darum gekümmert hast?

Das ist „Nicht-Tun“…



Wenn man sich einmal etwas genau anschaut, was sich einem gegenüber z. B. als Problem aufzwingen will, wird sich herausstellen, dass man nur etwas anderes möchte, als das, was einem das Leben gerade vorgibt.

Die Kunst des Lebens ist es, sich mit dem zu „arrangieren“, was gerade da ist, also das Nicht-Tun, nicht ändern wollen, - auch wenn einem das, was da ist, grad nicht so gut gefällt.

Denn – mal ganz ehrlich – gibt es etwas Anderes als die Gegenwart, in der sich das Leben zeigt, wie es gerade ist? Haben wir wirklich eine Wahl, außer die, unsere Einstellung zu den äußeren Ereignissen zu ändern? Können wir das wirklich ändern, was sich uns gerade zeigt?
Wohl nicht, oder offensichtlich nur innerlich und nur emotional, was sich als Widerstand, Abneigung oder Ärger in uns manifestiert. Bedeutet: Wir nehmen etwas in uns wahr, was sich gegen die äußeren Umstände zu stemmen versucht. Aber verschwindet das Äußere deswegen? Nein.

Unsere Emotionalität, das Gefühlsleben, welches wir in uns tragen, zeigt ausschließlich unsere Einstellung zu den Dingen, die sich im Äußeren abspielen. Wenn wir innehalten und ergründen, was uns im Inneren bewegt, stellen wir fest, dass es immer nur die äußeren Umstände sind. Somit drehen wir uns eigentlich bei allem, was wir tun, immer nur im Kreis herum: Wir wollen etwas und agieren deswegen emotional, und wir reagieren wiederum emotional, wenn sich unserem Wunsch etwas entgegenstellt.
Warum? Weil wir das, was ist, nicht haben wollen, - sondern das wollen, was sein könnte und was wir uns wünschen.

Damit aber lehnen wir die Gegenwart ab, lehnen uns dagegen auf und reiben uns auf an dem, was ist und was wir nicht ändern können.

Kurios, verwirrend? Genau - genauso fühlen wir uns doch: Verwirt und gefangen in einem Kuriositätentheater, oder etwa nicht?

Zu welchem Ergebnis gelangen wir mit der Einstellung, das Äußere abzulehnen?

Zu dem Ergebnis, dass wir uns aus der Gegenwart wegwünschen in eine bessere, andere, selbst gewünschte und vorgestellte Zukunft…die es aber nicht gibt… weil es nur die Gegenwart mit ihrem Sosein gibt.

Einzig und allein die Einstellung zu den Ereignissen können wir ändern, sonst nichts.

Wollen wir ein anderes Erleben, müssen wir die Gegenwart annehmen und akzeptieren, was ist.
Dann bekommen wir etwas ganz anderes als eine gewünschte Zukunft:
Eine angenehme, willkommene Gegenwart!




Klingt schwierig und unvorstellbar? - Ist es aber nicht!
Das Sein im Hier und Jetzt reicht völlig aus.

Sei einfach präsent.

Lebe.

Nimm an, was Gott Dir an Aufgaben und Herausforderungen schickt.

Fühle.

Meistere Dein Leben.

Sei da.

Halte Deine Gedanken und Handlungen im Zaum.

Schule Deine Aufmerksamkeit.



B.L.E.I.B      P.R.Ä.S.E.N.T


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Bild von Bill Harrison: "Bluegrass"

Montag, 9. Januar 2012

Freies Herz





Das menschliche Herz bindet sich an tausenderlei Dinge. Es wünscht, frei zu sein, glücklich zu sein, ruhig zu sein, Freude zu empfinden, in Frieden zu sein. Auch die materiellen Wünsche können sehr ausgeprägt sein, weil dies verspricht, zu oben genannten Wohlgefühlen zu gelangen. Doch warum ruhen wir nicht einfach in unserem Sein? Warum fühlen wir uns „getrieben“, um etwas zu „erlangen“, was glauben wir alles zu benötigen? Warum leben wir nicht zufrieden in Gottes Schöpfung?

Der Mensch ist das momentan höchst entwickelte Lebewesen der Evolution auf unserer Erde. Und dem zugrunde liegt das menschliche Bewusstsein. Der ganzen Fortschritt in der Technologie liegt dieser Fähigkeit zugrunde. Wir können planen, abschätzen, vorausberechnen, testen, duplizieren und greifen sogar manipulierend in naturgegebene Vorgänge ein (was leider nicht zum Vorteil diessen ist).

Mit unserem Bewusstsein können wir aber auch träumen und uns Situationen vorstellen, die es gar nicht gibt. Wir können planen und Versuche unternehmen und stellen dann fest, dass ein Versuch scheitert oder sich ein Plan nicht durchführen lässt, oder dass die Kraft, die wir aufwenden müssen um unser Ziel zu erreichen, nicht mehr zweckdienlich ist, wir großen Schaden anrichten, wenn wir mit roher Gewalt etwas erzwingen – uns etwas nehmen, was uns nicht gehört (Resourcen). Doch die Kraft unserer Gedanken und Wünsche ist sehr stark, vor allem, wenn es um die Erfüllung unserer persönlichen Wünsche geht. Manchmal wollen wir unser Scheitern nicht wahrhaben, manchmal weigern wir uns, unsere Fehlplanung zu akzeptieren.
Doch in den meisten Fällen verstehen wir einfach die Naturgesetze nicht, diese Gesetze, die unveränderlich sind, weil sie nicht manipulierbar sind. An diesen Gesetzen scheitern wir häufig, weil wir uns nie Gedanken darüber gemacht haben, warum es sie gibt und was sie bedeuten.

Die Naturgesetze sind grundlegend, unbeirrbar und unveränderbar. Sie sind aber auch genauso klar und eindeutig und führen bei Einhaltung zu positiven (natürlichen/gottgewollten) Ergebnissen.


Aber was sind nun diese Gesetze? Warum gibt es sie und woher kommen sie? Und warum kommen wir nicht drum herum, sie einzuhalten, denn wenn es uns gut gehen soll, sind wir angehalten, nach ihnen zu leben.
Es mag ein langer Weg zum Verständnis dessen sein, was hier beschrieben wird; doch dafür ist uns unser Erdenleben gegeben, auch, wenn es (viele) Menschen gibt, die darüber anderes denken.

Man kann sagen, dass die Naturgesetze von Gott erschaffen wurden. Wem das nicht zusagt, möge denken, es sei die Allmacht ohne Namen, die Existenz, das Ein und Alles – wie auch immer, es genannt werden mag: es ist so, wie es ist.
Wenn ich eine junge Pflanze in den Boden setze, braucht sie gesunde Erde, Sonne und Wasser um zu gedeihen. Wer nun behauptet, eine Nährlösung erfülle denselben Zweck, hat nur in dem Sinne recht, dass so auch etwas wächst, aber das Ergebnis ist nicht dasselbe. Eine künstlich großgezogenen Pflanze ist anders beschaffen, als die natürlich gewachsene. Man probiere nur einmal ein Gemüse, welches im naturbelassenen Garten gewachsen ist, und im Gegensatz dazu den Geschmack des gleichen Gemüses aus dem Supermarkt!

Dies ist ein Naturgesetz.

Naturgesetze sind nicht umgehbar. Immer, wenn man etwas verändert, verändert man auch das Ergebnis in gleichem Maße – auch das ist ein Naturgesetz. Das gilt für das Gemüse anbauen genauso wie für das Atome spalten. Und genauso, wenn ein Mensch freundlich zu uns ist, werden wir auch eine freundliche Erwiderung haben; genauso, wie wir einem aggressiven Menschen aus dem Wege gehen. Und genauso wie eine Mensch sich in einer liebevollen Umgebung wohler fühlt und „gedeihen“ kann, er auch in einer gewalttätigen Obhut Schaden nimmt.

Ein Naturgesetz.


Was also bracht es für ein freies Herz, für Frieden und Wohlbefinden?

Einzig ein Handeln innerhalb der Naturgesetze (Gottes Schöpfung)!

Wie das möglich sei dieser Welt?

Indem man bei sich bleibt.
Bei sich, im Einklang mit Gott und seiner Schöpfung, die nichts anderes ist als die ganze Welt inclusive der Naturgesetze. Mehr braucht es nicht. Für Glück und Zufriedenheit benötigt es nur ein Leben im Einklang mit der Natur. Bedenke, wie schnell werden wir still beim Betrachten eines wunderbaren Sonnenunterganges? Wie sehr genießen wir ein erlesenes Mahl? Wie befriedigt sind wir nach getaner Arbeit - erschöpft, müde, aber glücklich? Ist es nicht wunderbar, einfach nur in der warmen Sonne zu sitzen oder im See zu baden, beim Joggen durch die grüne Natur zu laufen, unsere Kinder lachen zu sehen, mit dem Hund einen Spaziergang zu machen? Auch das ist ein Naturgesetz.

Es genügt nach den Naturgesetze der Schöpfung zu leben.
Es ist nicht Gottes Wille, dass wir leiden, krank oder deprimiert sind. ER ermöglicht uns aber die Wahl, ob wir das Leben in Seinem Sinne nach Seinen Naturgesetzen leben, oder ob wir alles abändern wollen und verfälschen nach unserem Geschmack, nicht wissend, was wir tun.

Die Naturgesetze sind so einfach zu verstehen: Sie sind bereits da und müssen nur befolgt werden. Niemand muss das Rad dauernd neu erfinden, nur weil das alte langweilt oder nicht mehr gefällt.
Es ist ein Leichtes, das Richtige zu tun, im Einklang mit Gott und der Natur.

Die Naturgesetze Gottes sind die wunderbarsten Gesetze, die ich mir vorstellen kann: voller Liebe, behütend und erhaltend, voller Wertschätzung für Mensch, Tier und Natur und aller Schätze unserer Erde.

Ich bete für die Erhaltung all unserer wunderbaren Schätze und für die Einsicht der Menschen in Gottes Schöpfung.

Montag, 2. Januar 2012

Nur das Leben




"Was, wenn es nichts zu sagen gibt, sondern nur das Leben?
Was, wenn das Leben aber ohne Worte nicht auskommt, da das Wort dem Verständnis dient?
Dann gibt es einen Weg, der beides vereint, in einem Miteinander, in dem der Mensch sein Herz und seinen Verstand verschmelzen lässt und den heiligen Geist gebiert, der weder das Eine noch das Andere ist..."



Ihr werdet durchaus schon festgestellt haben, dass kaum noch neue Beiträge in diesem Blog geschrieben werden. Ich frage mich selber bereits seit einiger Zeit, warum das so ist.
Poetisch gesehen müsste ich wohl fragen: „Wohin sind all die Gedanken, die Worte entschwunden, die früher so mühelos aus meiner Feder (Tastatur) flossen?“

Es ist etwas gänzlich anderes, das Leben „schlicht“ zu leben, als sich ständig Gedanken über irgendetwas zu machen, oder dauernd irgendwelche Fragen zu stellen. Die Gedanken fließen nicht mehr in Form von diversen Fragen durch meinen Kopf – und wenn, dann nur sehr kurzzeitig. Oftmals ereignet es sich eher so, dass die Antworten schon direkt der Frage auf dem Fuß folgen. Früher habe ich nie verstanden, wenn behauptet wurde, jede Frage beinhaltet bereits „seine“ Antwort. Nun weiss ich letztendlich, was gemeint ist.

Aber all das wird euch, meinen lieben Lesern, nicht wirklich etwas sagen noch beinhaltet es einen unterhaltsamen Wert.

Also stellt sich dann (doch noch eine) Frage. Was wird aus diesem Blog?
Ihn schließen? Aber eigentlich ist nicht vorbei, was vor Jahren begann, sich hier zu gestalten, sondern es hat  sein Inneres verändert und der Ausdruck dessen hat an Klarheit zugenommen!

Vielleicht ist es ja so, dass jemand von euch eine Idee dazu hat, inwiefern es interessant wäre, diesen Blog weiterzuführen.
Zum Beispiel könnten Fragen gestellt werden, die dann in einem Beitrag beantwortet oder erörtert werden. Oder es könnten Diskussionen zu bestimmten Themen eröffnet werden… oder vielleicht auch irgend etwas ganz anderes!

Aber doch gleich, was hieraus wird, es geschieht immer nur ausschließlich unter dem spirituellen und ganzheitlichen Aspekt des Lebens, in Liebe, im Glauben, im Rahmen (der Naturgesetze) Gottes zu leben.…

und in der Freiheit, man selbst zu sein,

Dies ist ein Angebot an euch.
Annie


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Bild von Geli: Zieräpfelchen

Montag, 14. November 2011

Jungfrau Maria





Texte von :
Mère Agnès-Mariam de la Croix
ausgestrahlt durch ARTE-TV


"Unser menschliches Dasein ist nur ein vorübergehender Zustand. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir nicht so geschaffen wurden. Wir wurden nicht in einem Tal des Todes und der Tränen geschaffen, sondern im Paradies. Und diese Sehnsucht nach dem Paradies behalten wir bei. Unser Verlangen, unsere Libido drängt uns nach mehr, nach dem Besten, dem Ewigen, dem Schönen. Das sexuelle Verlangen ist nur ein Echo. Die eigentliche Kraft und wahre Libido des Menschen ist das Streben nach Unendlichkeit, das Verlangen nach Gott. Augustinus sagt: ´Herr, Du hast uns auf Dich hin erschaffen, und unser Herz bleibt unruhig, bis wir in Dir ruhen´."

                                                                           
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"Wenn die Jungfräulichkeit als moralischer Anspruch verstanden wird, dann werden Lebensinstinkte verdrängt. Sexualität ist ein Lebensinstinkt, Lust ist ein Lebensinstinkt. Nicht wir haben das erfunden, der Herr hat die Lust erschaffen. Er wollte Adam und Eva, als er sie in eine Haut hülle, eine fleischliche Dimension geben. Nach meinem Verständnis waren die Folgen der Erbsünde keine Bestrafung sondern ein Lernprozeß. Die Jungfrau Maria zeigt sich damit von einer Seite des Verzichts, sie mahnt: das darfst Du nicht, also ist es am besten, Jungfrau zu bleiben. Dabei geht es gar nicht um die Dialektik. Das Konzept der Jungfrau hat nichts mit der körperlichen Lust zu tun.

Die Jungfrau verkörpert das Mysterium unseres ewigen Seins! Es geht dabei um eine viel größere Glückseligkeit als die körperliche Erfüllung. Dafür steht die Jungfräulichkeit. Ich habe bewusst darauf verzichtet, Ehefrau und Mutter zu werden. Um dafür etwas Anderes zu bekommen. Ich sage nicht, etwas Besseres, sondern etwas Anderes. Ich öffne mich für eine Dimension, die allen offen steht, aber ich will, dass sie jetzt schon beginnt. Ich kann nicht länger warten, ich muss sofort im Zustand des ewigen Lebens leben, und mich Gott ganz hingeben. Die Jungfräulichkeit ist ein Zugeständnis, sie hat nichts mir Sexualität zu tun. Die Jungfräulichkeit steht für eine integrierte, transzendentierte Sexualität. Wenn wir den Bereich der Moral betreten, so ist dies nicht mehr christlich, sondern religiös.

Die Jungfrau Maria ist eine sehr aktuelle Ikone, denn sie sagt uns etwas über sich und uns Frauen. Vergessen wir nicht, dass die Frau geschaffen wurde, um den Mann an das Wesentliche zu erinnern. Ohne Frauen würden wir uns einem hirnlosen Aktivismus hingeben, einem seelenlosen Maschinismus, und, wie wir derzeit sehen, einer technischen, zerstörerischen Orientierung. Dann vergessen wir das Herz.
Vergessen wir nicht, dass die Frau das Herz und das Gedächtnis der Menschheit ist. Dafür hat die Jungfrau Maria gesorgt. Maria hat all das bewahrt und sich im Herzen daran erinnert. Sie hält uns einen Spiegel vor."



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Bildquelle: http://www.lifecarecentre.be