Montag, 15. März 2010

Fern von Gott?






„Auch wenn Du Gott nicht spüren kannst,
ist ER dennoch bei Dir,
allezeit.“


In den schwierigen und schlimmen Zeiten wähnen wir uns oft von Gott verlassen,
wenn wir nicht schon vorher bereits gänzlich unseren Glauben an IHN verloren haben.

Doch warum ist das so?
Haben wir uns wirklich schon vollständig in unserer Leistung-, Erlebnis- und Konsumwelt verloren?

Für den Glauben an Gott oder eine höhere „Existenz“, müssen wir uns wahrlich nicht unbedingt an religiösen Dogmen orientieren;
ebensowenig ist der „heilige Gral“ in der Wissenschaft zu finden.
Auch ist es nicht ratsam, die Welt zu verleugnen, die Sinne zu unterdrücken, oder der Zivilisation zu entfliehen um Gott „näher zu rücken“.

Die „eigentliche Menschwerdung“ oder die Erkenntnis der wesentlichen „Werte“ unseres Da-Seins liegt seit jeher einzig und allein in uns verborgen.

Verborgen deshalb, weil sich eine Menge, oft jahrzehntelang angesammelter Irrtümer darüber geschoben haben.

In vielen Büchern ist bereits darüber geschrieben worden, auf welcherlei Art wir unsere Konditionierungen „übergestülpt“ bekommen, die wir dann oft ein Leben lang unerkannt mit uns herumtragen. Durch diese Konditionierungen nehmen wir die Ereignisse um uns herum immer nur verschleiert, gefiltert und verfälscht durch veraltete Bewertungen wahr.

Etliche Methoden wie Astrologie, Psychologie, Enneagramm, Familienaufstellungen, ect., können uns nur fragmentiert aufzeigen, wie wir „ticken“, wie wir programmiert sind, welche unsere „Art“ der Auffassung dieser Welt ist.

Man kann sich diese gefilterte Wahrnehmung wie ein Schablone vorstellen, welche nur die Dinge in unser Bewusstsein lässt, die wir bereits kennen, bereits erfahren und wiederholt beurteilt haben. Durch diese „Wahrnehmungs- Schablone“ werden dann alle „hereinkommenden“ Daten und Ereignisse beurteilt.
Die Folge davon ist, dass unsere Konditionierung (Vergangenheit) das „Sosein“ unserer Gegenwart bestimmt und unser Verhalten für die Zukunft vorgibt.


Aber wie kann unter diesen Umständen überhaupt wahrgenommen werden, woran wir nicht glauben, oder was wir anders(weil „gefärbt“) wahrnehmen?
Wie können wir durch diese „Schablone“ hindurch Gott „entdecken“?

Alle Meister, Erwachten, Gurus, alle weisen Menschen, sagen das Gleiche, nur mit anderen Worten:
„Wirf diesen Ballast ab“, „lass los“, „vernichte Dein Ego“, „lebe nicht im Verstand“, „lege die Brille der Konditionierung ab“, „erkenne Dich selbst“, „vergiss die Vergangenheit“, „lass Deine Persönlichkeit sterben“, verwirkliche die klare Sicht“ …und so weiter, und so weiter.

Das Abspielen unserer angelernten, erprobten, immer wiederkehrenden Muster, das täglich grüßende Murmeltier, der Hamster im Laufrad…
…so agieren wir, solange wir nicht durchschaut haben, wie dieser Mechanismus,
diese Kopf/ Unterbewusstseins - Automatik funktioniert!

Doch fürchten die meisten Menschen sich davor, auch nur einen Blick hinter all diese Konditionierungen zu werfen;
scheuen den Blick auf ihre angehäuften Glaubensmuster über sich selbst,
wie der „Teufel das Weihwasser“!

Denn der Mensch denkt, er wäre diese Konditionierung, er wäre diese innere Haltung,
er wäre „seine“ Erfahrungen, sein Hab und Gut, sein Ein und Alles.
Und weil der Mensch so denkt, glaubt er, wenn er all dies losliesse,
dann würde er sich selbst auflösen.

Was für ein fataler Irrglaube!

Doch noch fataler, als diesem Irrglauben zu unterliegen, ist das Nichtwissen von -,
oder der Nicht – Glaube an GOTT.

Durch die genannten „Berge“ von Fehlglauben, Nichtwissen, Konditionierungen, Irrtümern, Medienverwirrungen, Negativ-Erfahrungen, ect., und dem Glauben, dass die Welt „nun mal so ist, wie sie ist", und das „man selber so ist, für was man sich hält“…
… durch diesen Wust von Vorstellungen, Gedanken, Bildern und inneren Haltungen blitzt noch nicht einmal das kleinste Lichtlein von Gottes strahlender Wahrheit, Liebe und Güte hindurch.

ER ist tief verborgen hinter all dem; fast unsichtbar, kaum zu bemerken,
…wie etwas, das nicht bemerkt werden darf, und sorgsam versteckt werden muss,
weil ES so viel Liebe in sich trägt, dass ES uns wahrhaftig das Herz zerreissen würde,
würden wir auch nur einen Zipfel davon zu spüren bekommen.

Gottes Liebe ist so unermesslich;
ER könnte uns in der Tat damit in einem Streich erschlagen.

Tot wäre dann unser Ego,
abgelegt wäre unsere Habsucht,
losgelassen wäre unser Anklammern,
vergessen wäre unsere Persönlichkeit,
erloschen wäre unser Hass,
besiegt wäre unser Neid,
demütig wäre unser Stolz,
überwunden wäre unsere Gier,
ausgelöscht wäre unsere Angst.

Dann wäre der Verstand unser Diener,
und die Güte wäre unser Herr.

Dann wäre der Gott der Liebe in uns erwacht.
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Bild von Bruno Lux:
"Im Nebel"

Montag, 8. März 2010

Wegweisung





Als Kind war ich fasziniert von allem, was den Anschein des „Übersinnlichen“ hatte.
Später, im Religionsunterricht, war ich fasziniert von Jesus und den vielfältigen Wundern, die er vollbracht haben soll. Lange verstand ich nicht, warum Jesus am Kreuze sterben musste (und wieder auferstand)...
Als Erwachsene las ich fasziniert Berichte über Sichtungen von Ufos und Erfahrungen von Menschen, die solche Flugobjekte beobachtet hatten; und ich fand Berichte von Menschen, die von Entführungen durch Außerirdische Wesen erzählten.

Viele Jahre und Menschen - Erfahrungen später wandte ich mich dann der Spiritualität zu – zuerst noch blind - tapsend in den unendlichen Weiten der Informationsfülle; später dann selektierend, einem bestimmten Ziel folgend. Am Ende dann auf der Spur der Wahrheit; und mittlerweile mit einem inneren Kompass ausgestattet, der mir ermöglicht, die "Spreu vom Weizen zu trennen".

Etliche Jahre Selbst - Erforschung, unzählige Bücher studiert, tiefgreifende Erlebnisse verarbeitet, konzentriert Gedankengebilden gefolgt, viele Rückschlüsse gezogen;
immer meiner eigenen uranfänglichen Frage folgend:

Was bleibt, wenn alles wegfällt?

Ich weiss noch, wie ich große Mühe hatte, den Meinungen, Ratschlägen und gutgemeinten Ideologien anderer immer galant aus dem Weg zu gehen, ohne jemanden vor den Kopf zu stossen…
Es ist mir nicht gelungen.
Viele sind dabei zurückgeblieben. Eigentliche alle;
so geschehen auf meinem Weg der Erkenntnis,
der Suche nach der „Einen Wahrheit“.

Was nun geblieben ist, nachdem (fast) alles anderes wegfiel?

GOTT.

Er ist die Antwort auf alles, aber anders, als ich je geahnt hätte.

Übrigens finde ich die Art, von IHM zu sprechen oder ER zu sagen, immer noch sehr angenehm, weil es mir ein Gefühl von Nähe und Verständnis vermittelt. Genauso wie die Bezeichnung „Vater“.
Setzt man alles, was über IHN gesagt wird, in den richtigen Kontext - in den „Der Einen Wahrheit“ - ist immer ER es, der zu uns spricht, wenn wir nur hinzuhören gewillt sind.

„GOTT ist mein Führer und mein Heil.
In meinem Vertrauen, bin ich ihn IHM aufgehoben, selbst dann, wenn ich einmal auf Abwege gerate. ER lässt alle Dinge in SICH geschehen, und ER wendet sich niemals ab von mir, welchen Weg ich auch wählen mag.
Meine Last, die ich zu tragen habe, wird immer leichter mit jedem Schritt,
den ich auf dem zu Weg Gott zurücklege. Allen Schmerz, den ich zu erleiden habe,
darf ich IHM auferlegen; denn ER ist meine Hoffnung und Zuversicht."

Ich glaube daran, dass es jedem Menschen selbst obliegt, IHM zu folgen oder nicht. Wenn ein Mensch sich von Gott abwendet, und diesem Menschen widerfahren negative Ereignisse, lassen diese ihn sich noch weiter abwenden von Gott, weil der Ungläubige sie nicht als Gottgegeben ansehen kann.

Gott als Führer und Vater anzuerkennen, ist unsere eigene Wahl, die wir jeden Tag treffen können. Gott erwartet unsere Hinwendung zu IHM in jedem einzelnen Moment, und er wird niemals müde, uns sein Herz offen zu halten und uns einzuladen, uns ihm zuzuwenden.


Zu erkennen, dass wir auf einem bestimmten Weg geführt werden, ist besonders wichtig.
Wenn es darum geht, die „Warum“ Frage beantwortet zu bekommen, gilt es sich in Geduld zu fassen.
Dass Potential eines jedem Menschen ist in seinem eigenen Inneren bereits vorhanden, sozusagen im Verborgenen abgespeichert, wie in einem Pflanzensamen. Die Pflanze weiss nicht, was aus ihr „werden soll“; sie setzt ihrem Wachstum keinerlei Widerstand entgegen und lässt ihre eigene Entwicklung geschehen.


GOTT wartet auf uns.

Und ER hat uns die freie WAHL gelassen,
unser Leben nach unserem Gutdünken zu gestalten.

In SEINEM Gedenken,
oder in Unwissenheit.



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Bild von irene_zs:
"Waldstraße"

Dienstag, 2. März 2010

Offenbarung in der Stille





In einer Fernsehdokumentation über Klöster wurde eine junge Novizin gefragt:
„Sie sind nur knapp über 20 Jahre alt. Was hat sie bewogen, in so jungen Jahren ins Kloster zu gehen? „Da draußen“ ist die große, lebendige Welt, und sie leben hier in der Abgeschiedenheit des Klosters, fern ab von allen Vergnügungen und Ablenkungen. Wie kommen sie damit zurecht?

Die junge Frau antwortete:
“In der Welt „da draußen“, wie sie es nennen, ist alles laut, hektisch und chaotisch.
Ich aber will wahrnehmen können, was in meinem Inneren geschieht.
In dieser lärmenden, chaotischen Welt, in der das sogenannte „normale“ Leben stattfindet,
kann ich nicht hören, was Gott mir sagen will.“




Ich war sehr angetan von dieser Aussage, von der tiefen Weisheit, die sich bereits in diesem jungen Menschen zeigt!

Gott hören, Gott wahrnehmen – das geht tatsächlich oftmals in unserer lauten bunten, hektischen Welt verloren. Die Menschen sind auf Konsum „gedrillt“ und laufen den unterschiedlichsten Attraktionen nach. Und wenn sie gerade nicht in ihrer Erlebnis- oder –Arbeitswelt versinken, in ihren vielfältigen Ablenkungen durch das Abtauchen in irgendwelcher Beschäftigungen oder lärmenden Tätigkeiten, sind sie auf der Suche nach der „großen Liebe“.
Doch kaum ist ein Mensch gefunden, in den man sich verliebte, wird festgestellt, dass dieser leider nicht das „hält, was er verspricht“, und die Beziehung wird „annulliert“, weggeworfen, und flugs wird der nächste Mensch gesucht, „ausprobiert“ und abgeprüft, ob dieser nicht vielleicht besser in das persönlich Vorstellungsbild passt oder besser die eigene Bedürfnispalette abdeckt.

Doch wie in so vielen Fällen des menschlichen Denkens, ist er auch hier wieder in seinen Illusionen derart gefangen, dass er nicht bemerkt, auf welch morschem Holzweg er in der Tat unterwegs ist.


Denn die wirkliche, echte Liebe “kommt“ von innen, nicht von außen!

Richtig gesehen „kommt“ die Liebe auch nicht, sondern setzt sich durch; aber erst dann, wenn die ganze Sucherei im Außen aufhört. Im Außen gibt es meist keine wirkliche Liebe zu entdecken, sondern nur Bedürfnisse, Erwartungen oder sogar eingeforderte Erwartungen, zwischen Menschen, die sich einstmals sagten, sie liebten sich. Aber in dem Moment, wenn die Erwartungen nicht (mehr) erfüllt werden, sind Trennungen die unvermeidliche Folge dieses unerfüllten Wunschdenkens.


Aber hat das alles wirklich etwas mit Liebe zu Tun?


Was ist denn Liebe überhaupt?


Fühlt sich Liebe nicht genauso an wie Geborgenheit, sich angenommen fühlen, akzeptiert werden, „so Sein dürfen“, zu Hause sein, angekommen sein, sich nicht verbiegen müssen, Nein sagen dürfen - besser: ja sagen können, sich sicher fühlen….?, ect.

Liebe ist eine Empfindung, die tief in uns schlummert, und an die wir uns kaum herantrauen, weil dieses Gefühl der Liebe uns scheinbar so unendlich verletzbar macht.
Doch wenn wir es uns endlich selber gestatten, diese Liebe zuzulassen, sie zu empfinden, dann endlich schließen wir in unserem Leben nichts mehr aus. Dann gibt es auch keine Angst mehr, jemand könnte sie uns wegnehmen, weil wir erkannt haben, dass wir selbst diese Liebe sind. Wir dürfen uns von den Dingen um uns herum berühren lassen, sensibel sein, und genauso empfindsam und sensibel mit anderen Menschen umgehen und uns auf wirkliche Begegnung einlassen. Selbst die kleinsten Ereignisse des Alltags sind in der Lage, unser offenes, liebevolles Herz zu berühren und uns letztendlich zu offenbaren, dass wir alle Eins sind.


Wir trage diese unendliche, allumfassende Liebe in uns!

Nichts und Niemand kann sie von Außen zufügen, in uns einpflanzen, weil die Liebe bereits da ist.
Doch wir können sie nicht erkennen, solange wir nicht wissen, dass sie allein nur aus Annahme besteht.
Und annehmen „tun“ wir bislang nur Geschenke und Dinge, die uns erfreuen. Wir suchen die Liebe in Äußerlichkeiten, die wir uns „hinzufügen“ wollen, weil wir meinen, dass wir selbst dadurch auch liebenswerter werden!

Wir glauben daran, dass uns von anderen Menschen „Liebe“ entzogen werden kann, wenn wir nicht so sind/ uns nicht so verhalten, wie es von Anderen gewünscht wird. Dann denken wir, wir sind nicht in Ordnung und müssten „anders werden“, damit uns der andere Mensch wieder liebt.

Was für ein Irrweg, auf dem wir Menschen wandeln.

Alles was wir „brauchen“, ist bereits in uns.
Niemand kann uns etwas hinzufügen und niemand kann uns etwas wegnehmen.

Wir tragen die Liebe in unserem Inneren,
sie ist dort seit Anbeginn allen Seins,
und dort wird sie immer Sein.
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Bild von X2po:
"Versteinerte Liebe"

Mittwoch, 24. Februar 2010

Glück oder die Stille des Geistes




Schon oft habe ich mich gefragt, was eigentlich Glück ist.
Und genauso oft habe ich reichlich Hinweise darauf bekommen,
was sich andere Menschen darunter „vorstellen“.

Aber ist es nicht beim Glück genauso wie bei der Wahrheit?
So wie es nur eine schlußendliche Wahrheit gibt, so gibt es auch nur eine Art
vollkommen Glücks.

Wie oft begegnet mir die vorherrschende Ansicht,
dass erst dann, wenn gewisse Wünsche sich erfüllt haben, auch ein
bestimmtes Maß an Glück vorhanden sein kann.
Glück wird also an Bedingungen geknüpft.
Mir ist aber auch aufgefallen, dass, wenn der eine Wunsch erfüllt ist, schon bald wieder neue Wünsche auftauchen, die erfüllt werden mögen, um erneute Glücksgefühle hervorzurufen.
Der Mensch erlebt das Glück also auf eine sehr kurzlebige, vergängliche Art und Weise.

Dies nenne ich nicht Glück, sondern Wunschbefriedigung.
Der Wunsch nach persönlicher Befriedigung kann kein Glück hervorrufen, denn auf jede Erfüllung folgen neue Wünsche, von deren Erfüllung wiederum das Erleben neuen Glücks abhängig gemacht wird.

Aber das ist nicht Glück.

Doch wer mag behaupten, das wahre Glück zu kennen?


Krishnamurti sagt:

„Glück ist die Stille des Geistes“

Doch schenkt der eine Mensch einem anderen Menschen, der so etwas behauptet, auch wenn dieser Krishnamurti heißt, oder ein anderer bekannter Weiser, Guru, Meister oder Mystiker ist, leider keinen Glauben; denn es ist ihm wichtiger, seine ureigene Meinung zu verteidigen, wonach sein persönliches Glück von "bestimmten Kriterien" abhinge, und wonach jeder "das Recht habe", auf sein eigenes, persönliches Glück zu hoffen.

Recht zu behalten ist dem Menschen scheinbar wichtiger als alles Andere.
Doch ist es ihm auch wichtiger als das Eine, vollkommene Glück?

Der Mensch ist leider so konditioniert, dass viele seiner Ansichten aus seinem Überlebenstrieb stammen, die er selber als solches gar nicht mehr wahrnimmt,
weil er sich für ‚überaus hoch zivilisiert’ hält. Aber auch unsere "Zivilisiertheit" hindert uns nicht daran, großen Irrtümern zu erliegen. Dem Irrtum, dass geistiger oder materieller Besitz „reich“ macht oder das Überleben sichert.
Denn das Überleben IST gesichert, für jeden Menschen eine ihm zugewiesene Zeitspanne, die aber nicht vom Menschen selbst bestimmt wird, sondern durch Gott.
Und auch hier kommt schlußendlich irgendwann im Leben für jeden
der Tag X, an dem er sich fragt, was er aus seinem Leben gemacht hat,
oder was er vielleicht versäumt haben mag.

Dann würde ich ihn auch gerne etwas fragen:

„Warst du vollkommen glücklich in Deinem Leben?
Hat das „Rechthaben“ Dir etwas Gutes eingebracht und wird es das heute tun?
Wo war Gott für Dich in während Deiner Lebensspanne,
und wo ist er heute für Dich?“


Besitz, Reichtum, Rechthaberei, Egoismus, Verlangen, Wünschen, Einfordern, Neid, Gier….ect, all dies hindert Dich daran, Glück zu empfinden; das wahre Glück.



Krishnamurti:

„ Um zu entdecken, was Gott ist, sollte der Geist frei sein von aller Tradition, von jeder Ablagerung, von allem Wissen, das er zu seiner psychischen Absicherung benutzt.
Wenn der Geist lediglich mit sich selbst und seinen eigenen Aktivitäten beschäftigt ist, ist er nicht schön; was immer er tut, er bleibt hässlich, beschränkt und deshalb unfähig zu erkennen, was Schönheit ist. Ein Geist dagegen, der sich nicht um sich selbst kümmert, der frei von Ehrgeiz ist, der nicht in seine eigenen Wünsche verstrickt ist oder von seinem Streben nach Erfolg getrieben wird – ein solcher Geist ist nicht oberflächlich und blüht in Güte.

Der Geist muss allem Sterben, was er angesammelt hat – allen Gewohnheiten, nachgeahmten Tugenden, allen Dingen, auf die er sich aus Bedürfnis nach Sicherheit verließ. Dann bleibt er nicht länger im Netz seines eigenen Denkens gefangen. Indem er Augenblick für Augenblick stirbt, wird der Geist frisch und kann deshalb nie verfallen oder die Welle der Dunkelheit in Bewegung setzen.

Glück kommt nicht, wenn sie danach streben – und das ist das größte Geheimnis, obwohl es sich leicht sagt. Wenn sie keine Anstrengung machen, glücklich zu sein, dann, ganz unerwartet, auf geheimnisvolle Weise, ist Glück da, aus Reinheit geboren, aus der Lieblichkeit des Seins.
Aber das erfordert ein hohes Maß an Verstehen, nicht, das man sich einer Organisation anschließt oder etwas zu werden versucht. Wahrheit ist nicht etwas, was man erlangen kann. Wahrheit entsteht, wenn ihr Geist und ihr Herz von jeder Neigung, etwas zu erreichen, gereinigt worden sind und sie nicht länger versuchen, jemand zu werden; sie ist da, wenn der Geist sehr still ist und zeitlos auf das lauscht, was geschieht.“




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Bild von : THArchitekt:
"Der alte Hund und das Meer"

Montag, 22. Februar 2010

Ist Gotterkenntnis möglich?





Ein "Verständnis" für Gott entfaltet sich, wenn man die vorherrschende Sicht auf die „Oberfläche“ hinter sich gelassen hat.
Die Schwierigkeit, Gott zu „erkennen“, ergibt sich dadurch, dass ER praktisch in jeglicher "Form" erscheint, alles durchwirkt, in sämtlichen Gewändern auftritt, sowie ursächlich Inhalt, Sinn und Zweck und Grund von Allem ist, was erscheint, und dennoch in nichts von Alledem eine Absicht verfolgt.

Weil Gottes Natur so ist, sind auch wir „frei“ in unserem Denken; können wir alles, was wir sehen und erleben auf jedwede Art und Weise interpretieren, deuten, und Erklärungen dafür erfinden. Diese Freiheit der Interpretation ist scheinbar fast so unendlich wie Gottes Natur selbst, welche die die Essenz von Allem ist.

Ein grundlegender spiritueller Irrtum auf der Suche nach Gott besteht in dem Paradoxon, IHN im Außen entdecken zu wollen und dies nicht zu können. Gott wird verzweifelt gesucht in einem Erlebnis, in einem Gefühl, in einer „Erscheinung“, in der Erleuchtung, im Erwachen,
in außerkörperlichen Erfahrungen.

Doch Nirgendwo scheint ER verborgen zu sein,
weil er sich überhaupt nicht irgendwo „verbirgt“.


Gott ist so offen-sichtlich, so total gegenwärtig, in jedem Moment unseres Daseins, dass ihn kaum jemand wahrnimmt,
weil der Mensch genau dem gegenüber blind ist,
was sich genau „vor seiner Nase“ befindet.



Ein Beispiel zum Verständnis:

Nimm in Buch in die Hand und betrachte es.
Es ist ein literarisches Werk von einem bestimmten Autor.
Ein Produkt aus Papier und „Tinte“.
Es besteht aus vielen Blatt Papier, den Buchseiten.
Jede Seite ist bedruckt, Zeile für Zeile, Wort für Wort.
Die Wörter aneinandergereiht ergeben die Sätze.

Und ab hier wird es nun interessanter:
Erst in dem Moment, wenn wir über das Buch, das Papier, die Zeilen,
die Sätze das geschriebene Wort, hinausgehen,
und einfach nur lesen – nein – den Text verinnerlichen,
kann sich uns der GEISTIGE INHALT des Buches offenbaren!
Dieses materielle Produkt Buch trägt eine Botschaft in sich,
und diese Botschaft kann uns nur über den Geist erreichen.

Oberflächlich betrachtet handelt es sich nur um ein Buch
und durch das Lesen dieses Buches eigne ich mir den Inhalt an.



Spirituell betrachtet begegne ich Gott in Allem.
Aber erkennen kann ich dieses erst,
wenn ich in der Lage bin,
meinen Blick in „die Tiefe“ zu richten.
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Bild von Fränk:
"Glaskugel"

Dienstag, 16. Februar 2010

Allein unter uns




Wenn sich die klare Sicht auf die Welt
und die Ereignisse in Ihr vertieft, sieht man auch die Funktionsweisen
der automatisch gesteuerten Handlungen – sowohl bei sich selbst
als auch bei anderen Menschen.

Es gibt einen prägnanten Unterschied
bei einem Menschen mit ungeklärter Sicht;
nämlich dass dieser das Leben,
die Menschen und die Ereignisse um sich herum,
die sich gerade nicht in seinem Focus befinden,
nicht realistisch wahrnimmt.

Bei der ungeklärten Sicht sind die persönlichen Filter
auf „high level“ justiert und alles, was durch diese Filter
abgeblockt oder als unbrauchbar heraussortiert wird,
wird nicht oder kaum wahrgenommen.
Die persönlichen Auswahlkriterien sind in der
Vergangenheit gewachsen und vielleicht schon längst überholt.
Dennoch bleiben sie aktiv.

Die Erfahrungen und Ereignisse wiederholen sich in dem Sinne,
wie der Mensch aufgrund dergleichen Auswahlkriterien
die gleichen Entscheidungen trifft,
oder vielleicht meint, durch Wiederholung der Erfahrung
das Ergebnis positiv zu verändern.

Erst das Fallenlassen dieser vorverurteilenden Kriterien
und Bewertungsmuster führt dazu,
dass der Blick auf die Dinge sich erweitern kann.
Wenn das Erlangen von persönlichen Vorteilen
nicht mehr im Vordergrund steht,
wird der Blick auf die Welt unverstellt, klar und deutlich.

Die wahre Schönheit der Welt kann erst wahrgenommen werden,
wenn die Bewertung der Ereignisse und Erfahrungen
in gut und schlecht aufhört.

Dennoch bleibt das „Geliebte“ innerhalb
seines persönlichen Radius’ weiterhin das Geliebte,
und Verlust wird immer noch als traurig und schmerzhaft empfunden;
aber dies geschieht nun von einer anderen Basis aus,
mit einem "geklärten" Blick auf die Dinge.

Die „Dramatik“ ist nicht mehr so dramatisch;
Das Unglück wirft uns nicht mehr aus der Bahn;
Glück lässt uns nicht mehr taumeln;...
weil wir in unseren "eigenen Mitte" angekommen sind
und dort einen festen Stand eingenommen haben.

Alles geht weiter im Rhythmus unseres Lebens
und unseren Erfahrungen,
- aber der Erfahrende hat diese Labilität verloren.
Das Schwankende, Unechte, Zweifelnde, Ärgerliche
ist in dem Moment von uns gegangen,
in dem wir die veralteten, überflüssigen Bewertungen
fallen gelassen haben,
die uns den Blick auf die Realität verschleiert hielten.

Mit geöffneten Augen, wachem Geist,
mit liebendem Herzen und der Haltung der gütigen Annahme
nehmen wir nun die Welt in schöneren,
helleren Farben, mit endloser Weite und voller Freude
als einzigartiges menschliches Abenteuer wahr.

Werden wir wieder zu Entdeckern der Welt.
Schauen wir unsere Welt mit "neuen" Augen an;
so, wie wir noch nie geschaut haben.

Mit den Augen der göttlichen Schöpfung.


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Bild: zick daniel’s
Straßenkind

Montag, 8. Februar 2010

Der Mensch - das Wesen der Sinne


Wenn wir wach sind, findet immer eine bevorzugte
„Sinnen-Arbeit“ statt, z. B. Denken,
welches zur selbsttätigen Wahrnehmung von Gedanken gehört;
oft sind dann alle anderen Sinneswahrnehmungen auf „low“ geschaltet.

Schauen – wenn die Umgebung sich in den Vordergrund rückt,
ein Kunstwerk oder eine überraschende Sicht auftritt,
das Denken und die anderen Sinne werden oftmals in den Hintergrund verbannt.

Fühlen – kann durch Gedanken oder Anblicke,
sowie auch durch innere Bilder hervorgerufen werden.
Auch hierdurch können wieder die anderen Sinne vernachlässigbar auftreten.

Hören – kann durch Assoziationen auch Gefühle,
- positive und negative - auslösen.
Oft findet durch Hören auch nur eine Aufnahme
von Informationen statt.
Der Intellekt verarbeitet dann durch Denken/ Schlußfolgerungen
die hereinkommenden Informationen.

Schmecken – wird teilweise bei der Nahrungsaufnahme so bevorzugt,
dass die orale Befriedigung im Vordergrund steht.
Durch alle möglichen Zusatzstoffe werden „Geschmäcker“ aufgepeppt.
Der Mensch wünscht immer neue Reize (nicht nur) beim Essen,
so dass der eigentliche Geschmack, wie süß, salzig, sauer, bitter
kaum noch wahrgenommen wird.
Oftmals erkennt der Mensch nicht mehr,
welche Nahrung überhaupt noch Nährwerte aufweist,
oder wann er seinem Körper zuviel oder giftige Nahrung zuführt.

Erleben, Erfahrungen, Adrenalinausstöße, „Kicks“ erleben,
Trunkenheit, Spaß haben, Partys, Alkohol, Sport, Sex, Abenteuer,
Spiel, ect,. sind alles Aktivitäten, die im Einzelnen
auf Sinneswahrnehmungen zurückzuführen sind.
Der Mensch fordert diese Aktivitäten in seinem Leben ein,
und sagt, so genieße er sein Leben,
wobei die Art und Weise, dies zu tun,
aus gesellschaftlich unterschiedlichen Standpunkten heraus
auch unterschiedlich bewertet und dementsprechend dann
gut geheißen oder auch abgelehnt werden.



Heilige Dreifaltigkeit


Wissender -------------- Wissen ------------- Gewusstes
Sehender --------------- Sehen --------------- Gesehenes
Hörender --------------- Hören --------------- Gehörtes
Schmeckender --------- Schmecken --------- Geschmecktes
Riechender ------------- Riechen ------------- Gerochenes
Fühlender -------------- Fühlen -------------- Gefühltes
ect...

Subjekt ----------------- Sinne --------------- Objekt


Der Wahrnehmende --- Die Wahrnehmung ------Das Wahrgenommene



Wenn man das „Menschsein“ nun weiter betrachtet, ist klar,
worum es im Leben eigentlich geht:

Um Sinneserfahrung.

Und diese Erfahrungen sind vom Menschen in jeglicher Couleur
und Ausprägung erwünscht,
wobei der Phantasie, die Erfahrungen im Einzelnen auszuschmücken,
keinerlei Grenzen gesetzt sind.

Unendliche Möglichkeiten im „Unendlichen See des Seins“.



„ Das, was auf keine Weise beschrieben oder gewusst werden kann,
existiert in sich selbst als Seiendes,
ungeachtet seiner Wesenheit des Wissens,
nicht fähig,
sich selbst „zu wissen“.
(Jnanadeva)


Allein stehend als „Individuum“, den Versuch startend, uns über das,
was uns umgibt und was wir erfahren, zu definieren.

Ausgelassen und frei in unserer Ausdrucksweise
oder eingeschränkt und klein, als wären wir eingesperrt,
so nehmen wir unseren „persönlich/gefilterten“ Teil
der Welt wahr - unseren Erlebniskosmos – ,
der nicht das ist, wofür wir ihn halten.


Die Wahrnehmung ist das,
was wir sind.

Verloren in der Welt der Sinne,
aber geborgen in Gott,
der dies alles ist.
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Bild: "Psyche" aus "Spritual-Wiki